Schattenseiten der E-Volution

3. August 2010 § 4 Kommentare

Erst bekamen wir die E-Mail. Sie sorgte dafür, dass wir schneller arbeiten konnten – oder auch langsamer, wenn man bedenkt, dass weit über die Hälfte meiner E-Post unerwünschter Müll ist. Die Möglichkeit, Nachrichten an die Welt und Botschaften ans Volk ohne Zeitverzögerung abzusondern, diente letztendlich aber auch einem guten Zweck: Man musste sich den ganzen Sermon nicht mehr am Telefon oder gar persönlich anhören. Man konnte löschen. Und irgendwann dann auch Spamfilter anlegen. Sehr praktisch! Dumm ist nur, dass es für die Mitteilungsjunkies unter den Kommunikationsfreaks irgendwann spottbillige Handys und SMS im günstigen Tausenderpack gab…

Aber die E-Volution geht weiter. Eines Tages wurde ich, an einem Anstieg mit Puls, Luft und Fassung ringend, von einem Mann auf einem Fahrrad verblasen. Dass er das einfach so tat, trotz seines Alters von sicher gut 100 Jahren, nötigte mir kurzzeitig Bewunderung ab, schnell verdrängt von Staunen. Das leise Summen zwischen seinen Beinen aber irritierte mich dann doch… Was, zum Henker, surrt in der Gesäßgegend von älteren Herren? Ich will´s nicht verallgemeinernd diskutieren, bei meinem Kontrahenten war es definitiv technisches Doping in Form von E-Muskelkraft. Wie ich das finde? Naja, als Unterstützung für Alte und Kranke, oder auch Menschen, die sonst auf dem Sofa an Bier und Kippen nuckeln und sich Soaps reinziehen würden, noch akzeptabel.

Nicht mehr aktzeptabel aber ist es, wenn Schmerbäuche mich, die leidenschaftliche Radsportlerin, die Berge hochjagen und sich dabei Bier und Filterlose reinziehen. Ob das nun schlimmer ist, oder die Tatsache, dass man inzwischen als AutofahrerIn von mit gut 40 km/h dahinbretternden E-Bikepiloten (ohne Kennzeichen und auch nur mit notdürftiger Schutzausrüstung, dafür aber auch ohne Fahrtechnik und adäquate Bremsanlage) im Stadtverkehr überholt wird, vermag ich im Moment nicht zu sagen. Aber dass mir die ganze E-Volution tierisch auf den Zeiger geht, das weiß ich.

Was kommt eigentlich als nächstes? Die E-Motion? Würde mich nicht wundern. Cybersex gibt´s ja auch schon… Vielleicht erklärt mit ja irgendwann mal jemand, wie der funktioniert.

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§ 4 Antworten auf Schattenseiten der E-Volution

  • Le Saucisson sagt:

    *lol* Die Profis machens vor. Warum selbst dopen wenn man so wunderbar das Velo dopen kann?
    Die Menschen, die zu geizig/doof sind um einen echten Mopedführerschein zu machen und auf der Strasse herumzujuckeln verpesten uns jetzt die gute Waldluft, denn lange nicht alle E-Bikes sind so E-lektronisch: Es gibt auch die tuckernde Variante aus den Anfängen des vorherigen Jahrhunderts 😦

  • Wolfgang sagt:

    Ich finde diese E-Bikes gar nicht so übel, damit kommen auch weniger Sportliche jeden Hügel rauf. Getreten wird doch auch noch, oder? Also zumindest ein bisschen Sport bleibts ja.

  • Hervé sagt:

    Inzwischen weiß ich, was Du meinst…
    Da ballern 100jährige über den Radweg, dass einem Angst und Bange wird!!! 😯 Ich als Rennradler habe da schon meine Bedenken, weil eben viel los ist: Inliner, Kinder, Hunde und so weiter. Aber wenn ich (25km/h) noch flott überholt werde in Mopedgeschwindigkeit, hört mein Humor auf! 👿

  • Stephan sagt:

    Cybersex? Äh… 😳 Keine Ahnung.
    Muss man sich dabei ausziehen? 😆

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