Patientenverarsche

12. August 2010 § 6 Kommentare

Ich bin alles andere als naiv. Und doch bin ich überrascht, sogar entsetzt, was ich in dem Buch zweier Journalistenkollegen lesen muss. Sie beschäftigen sich damit, wie wir Patienten von der Pharmaindustrie ver… – ja, ich schreibe es bewusst aus: verarscht werden. Als Medien-Fachfrau mit hohem Anspruch quält mich, dass PR und Journalismus, definitiv nicht zu vereinbarende Diametrale, inzwischen schon fast normal einfach mal eben verbunden werden. Das hat nichts mehr mit Objektivität und der journalistisch-ethischen Verpflichtung zu neutraler Information zu tun, sondern ist schlicht untragbar. Und als Patientin kotzt mich an, dass wir Kranken missbraucht werden, um mit uns Geld zu machen, dass die der Pharmaindustrie eigentlich per Gesetz verbotene direkte Verbraucheransprache bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, Schleichwerbung und redaktionell verpackte PR gang und gäbe ist – offen und öffentlich, auf der anderen Seite aber gut versteckt und für nicht Geschulte nicht erkennbar. Wer´s nicht glauben mag: „Patient im Visier“ lesen! Und dann selbst recherchieren, die genannten Namen und Firmen googlen, die Websiten besuchen. Viel Spaß dabei zu wünschen, spare ich mir an dieser Stelle…

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§ 6 Antworten auf Patientenverarsche

  • Silke sagt:

    Gerade bestellt. Ist ja ganz neu das Buch, ich kenne eigentlich alle kritischen Publikationen… Wenn´s Dich so beeindruckt hat, muss ich es unbedingt lesen. So leicht beeindruckt man Dich bekanntlich nicht! 😉

  • uli sagt:

    Es ist mein Buch und ich wollte erst Mal nur, dass Gina den Prolog und Epilog liest, weil sich da Schnittstellen zu Ginas Einstellung und Umgang mit Krankheit fanden 😉

    Aber Gina und Bücher, war fast klar, dass sie es vor mir fertig liest 🙄 🙂

  • Silke sagt:

    scannen statt lesen? 😉

  • Schwarzwälder sagt:

    Und woher weißt Du, dass das Buch nicht Leserverarsche ist?

  • Gina sagt:

    @Schwarzwälder: Weil ich parallel zur Lektüre das, was ich lese, nachprüfe bzw. eigene Recherchen anstelle. Und weil ich teilweise Erfahrungen habe, die sich mit dem decken, was ich in diesem Buch vorgehalten bekomme. Ich würde sehr gern sagen können, das ich in dem Buch kritisch zu wertende Aussagen gefunden habe. Gefunden habe ich lediglich viele unangenehme Wahrheiten (die ich bislang nicht wahrhaben wollte) und einen Tippfehler.

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