Toürle de Schwarzwald

13. September 2010 § 3 Kommentare

Unsere Tour de Schwarzwald begann blutig. Bereits am Samstagmorgen war der Blutverlust, den mein Körper zu bewältigen hatte, enorm. Nein, ich habe mich nicht mit mittels Drop von der Kellertreppe in den Tag gestürzt, sondern angesichts des herrlichen Herbstwetters die Beine rasiert. Wie immer ging ich dabei etwas zu rustikal vor, was reichlich Pflasterbedarf nach sich zog. Egal, mit Shorts müssen die Haxen stoppelfrei und ich damit schmerzfrei sein. Verklebt wie ein Carepaket ging´s zunächst nach Lossburg und von dort mit dem Bähnchen nach Wolfach, wo Claudia und ich uns treffen wollten.

Vom Bahnhof in Wolfach aus starteten wir – nein, nicht die geplante Tour, sondern zunächst die Suche nach Kaffee, der Claudias Lebensgeister zu wecken in der Lage sein musste. Der erste war´s nicht, der zweite nach einigen Kilometern Einrollen dann eher. Gestärkt kurbelten wir endlich Richtung Regelskopf, vorbei an wunderschönen und einsam gelegenen Schwarzwaldhäusern, und ab nun immer bergan. Ich war wieder mal begeistert von meinem Enduro, das mit seinem massigen Gewicht von 16 Kilo und seinen Federwegen von 150 Millimetern durchaus gut den Berg hochzutreten ist. Die Traktion macht´s, sie immer zur Verfügung zu haben, kostet, im Vergleich mit meinem Hardtail, einfach weniger Körner. Claudia musste ihrer langen Zwangspause Tribut zollen, was trotz der schönen Tour mit genialen Ausblicken zwischendurch für Frustmomente sorgte.

Die Unterkunft in Kirnbach – der wir angesichts der Fotos im Internet durchaus skeptisch gegenüber standen – wurde zur Überraschung des Tages. Keine Blümchentapete, dafür ein neu renoviertes Bad, eine nette Wirtin, reichlich Frühstück und eine Garage für unsere Bikes. Abends die Einkehr in der „Sonne“ sorgte für Zuwachs auf unseren Rippen, die Schnäpsle danach hatten dem Hirschen im Bauch leider nichts entgegen zu setzen. Mein Willi landete unmittelbar im Kopf. Der Test, ob der zweite den Weg in den Magen finden und dort für Ordnung sorgen würde, ging leider auch nicht anders aus…

Um neun ist es im dunklen Schwarzwald – naja, dunkel eben. Da fernsehen mangels Fernseher nicht infrage kam, betteten wir die müden Knochen auf (in!) die knarzenden, viel zu weichen Matratzen und ließen den Tag damit gut sein. Der nächste begann hart für Claudia: Ich hatte mal wieder die Tour ausgesucht, und die hatte Höhenmeter ab der ersten Fahrminute zu bieten. Einfahren? Warm fahren? Wozu? Warm wurde uns auch so ziemlich schnell, als wir uns in die Höhe wuchteten. Claudia fragte irgendwann, wo denn im Schwarzwald die Dreitausender stehen würden, die wir zu erklimmen schienen. Unser Dreitausender hieß Naturfreundehaus der Ortsgruppe Schramberg, deren Koch einen leckeren Linseneintopf beherrscht. Ausblicke in die Vogesen inklusive.

Der Downhill war mit unseren 140er bzw. 150er Fullys einfach nur ein Genuss. Wie konnte ich nur jahrelang Hardtail fahren? Na, die Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Wenige Minuten später waren wir unten, wo Claudia einen weiteren (bergauf weisenden) Schlenker Richtung Gutach verweigerte. So rollte ich weiter nach Wolfach, während Claudia ihr Bike und sich im Auto verstaute und vierrädrig Richtung Eisdiele fuhr. Etwas Gardaseefeeling kam schon auf, als wir in der Altstadt in der Sonne saßen und bei Meloneneis und Latte Macchiato den Tag ausklingen ließen. Ich zwängte mich schließlich in den mit Wanderern und Radlern übervollen Zug zurück Richtung Lossburg, Claudia stellte sich nach Gegurke durch Kinzig- und Enztal auf die A5 Richtung Basel. Von Lossburg aus geht´s eigentlich nur noch bergab, so verzichtete ich auf Abholung durch Uli. Auf ihr Abendessen allerdings nicht, denn schon wieder nagte der Hunger in meinen Eingeweiden…

Fazit unseres Kurzurlaubs in durchaus heimatnahen Gefilden: Wiederholenswert!

P.S.: Fotos folgen! Und die Geschiche am und über den Fahrkartenautomaten ebenfalls.

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§ 3 Antworten auf Toürle de Schwarzwald

  • Silke sagt:

    Ist Claudia nicht ersthelferisch ausgebildet? 😉

    Ich harre der Fotos! Und der Geschichte…

  • Schwarzwälder sagt:

    Tja, bei uns hat es nun mal Höhenmeter ohne Ende! 😆
    Auf die Fotos bin ich gespannt!

  • Uli sagt:

    @Silke: Die Erstversorgung musste noch zu Hause erfolgen – 1 cm Schnitt (also in der Länge, nicht Tiefe) und das Pflaster hatte mindestens 7×7 cm :mrgreen:

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