Liberté, égalité, fraternité. Oder auch nicht.

15. September 2010 § 11 Kommentare

Frankreich führt das Burka– und Nikabverbot ein und beruft sich dabei – grob gesagt – auf Menschenrechte. Da drängt sich nicht nur mir die Frage auf: Ist es kein Menschenrecht, zu tragen, was man/frau möchte, wenn dabei keine gesellschaftliche Blästigung stattfindet? – Ach so, ich übersehe hier, dass sich die Franzosen belästigt fühlen, wenn ihnen eine verschleierte Frau begegnet. Da kann einem ja auch Angst und Bange werden, stimmt´s? Sicher tragen die Musliminnen alle Handgranatengürtel und Maschinengewehre unter ihren wallenden Gewändern! Aber wieder habe ich unrecht: „Dieses Gesetz ist nicht dafür da, die französische Gesellschaft vor dem Islamismus zu schützen, sondern dafür, die Frauen und ihre Rechte zu schützen“, rechtfertigen sich die Urheber dieses rechtlich und moralisch nun wirklich mehr als fragwürdigen Vorgehens. Ich warte auf den Tag, an dem ich als Frau in Frankreich keine Hosen mehr tragen darf, weil ich geschützt werden muss vor der Vermännlichung der Gesellschaft. Liberté, égalité, fraternité. Oder auch nicht.

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§ 11 Antworten auf Liberté, égalité, fraternité. Oder auch nicht.

  • Sven sagt:

    Es geht wohl um Unterdrückung. Allerdings frage ich mich, ob Musliminnen weniger unterdrückt werden, wenn sie ohne Schleier, Burka oder Nikab (eben nicht mehr) auf die Straße gehen…

  • Hervé sagt:

    Ich schäme mich für die Unterdrückung von Freiheitsrechten durch den französischen Staat, mein Heimatland! 👿 Freiheit? Von wegen! Vertreibung, Rassismus und rechtes Gedankengut, das ist Frankreich heute! 😦

  • Silke sagt:

    Werden eigentlich nur muslimische Frauen unterdrückt? Ich erlebe in meiner Radiologie fast täglich eine andere Realität…

    Verschleierte Frauen befremden mich auch, allein durch ihr Aussehen. Aber das tun andere Menschen auch, vor allem Glatzköpfe mit Springerstiefeln. Aber ich würde niemals so weit gehen, zu verlangen, dass sie ihre Schleier abnehmen. Ich würde mich – wie Gina – auch nicht in oder aus Klamotten zwingen lassen wollen. So trage ich im Krankenhaus niemals weiß, weil ich es einfach nicht mag. Statussymbol und Tradition hin, Respekt und Achtung vor dem Berufsstand her.

  • Jockel sagt:

    Wie wäre es mit Anpassung? Unsere Frauen dürfen bei denen ja auch nicht unbedeckt rumlaufen! Warum dann die bei uns?

  • Nele sagt:

    Ich finde Verschleierung kraft Zwang ebenso scheiße wie das Verbot von Verschleierung.

  • claudia sagt:

    @Jockel:
    „die“ laufen ja bei uns auch nicht unbedeckt herum….. 😉

    Und bei „denen“ musst man nicht (bedeckt oder unbedeckt) rumlaufen wenn man sich nicht wohl fühlt. Also wieso dann „billig“ Urlaub in der Türkei machen und sich über „deren“ Kultur auslassen.
    Wenn, dann doch bitte konsequent sein!

  • Wurmlinger sagt:

    Viel viele totalverhüllte Frauen laufen eigentlich auf französischen Straßen rum, dass man die gleich bestrafen muss? Bei uns sehe ich nie welche…

  • Gina sagt:

    In München sehe ich Burkas häufig, ebenso wie in Kitzbühel und in Zell am See. Dazugehörig: Teure Hotels, die von der in der Regel kinderreichen Familie samt Personal fast komplett belegt werden, mehrere Autos aus Stuttgart (nein, nicht Mercedes!) samt Fahrer sowie Platin-Kreditkarten, mit denen großzügigst umgegangen wird. In München, Kitzbühel und Zell am See freut man sich über den Besuch der verschleierten Damen aus Fernost… Sollten Menschenrechte etwa mit zweierlei Maß gemessen werden?

  • Carsten Pollack sagt:

    Andere Länder andere Sitten. Ich finde, man sollte liberal sein. Ob Fetzenjeans oder Burka, der eigene Stil sollte den Menschen schon noch gestattet sein! Unterdrückung? Werden junge Frauen in Jeans und mit Arschgeweih nicht unterdrückt? Da fällt es halt nicht so auf, bzw. hat keine Öffentlichkeit.

  • Le Saucisson sagt:

    Es laufen sehr wohl viele verschleierte Frauen in Frankreich herum.
    Gehäuftes Aufkommen: 93, sowie die Luxusboutiquen auf den Champs.

    Ich finde es problematisch sich über das Verbot und die „Unterdrückung“ auszulassen ohne den jeweiligen Kontext zu kennen.
    Es gibt sicher die Frauen, die gezwungen werden, aber auch die Frauen, die es aus Traditions/Religionsbewusstsein heraus tun.
    Alle über einen Kamm scheren? Schwierig.

    Allerdings sollte man in der ganzen Sache eins nicht vergessen: In Frankreich sind Staat und Religion mehr getrennt als in Deutschland. Es gibt nicht den Religionsunterrich, wie bei uns. Kreuze fehlen in der Schule…

  • Alpenjodler sagt:

    Über ein Schleierverbot die Unterdrückung islamischer Frauen zu „verbieten“? Super Idee! Dann dürfen sie eben das Haus gar nicht mehr verlassen…

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