Lieber Zweiradler statt Zweibeiner

23. September 2010 § 10 Kommentare

Hindelang im Allgäu. Wanderparadies. Und durchaus auch eines für Mountainbiker mit und ohne Panzerung. Da ich zur Zeit eigentlich nur noch vertikal – und das unvernünftig flott – unterwegs bin, dabei die einfacheren Pisten meide und mich von schwarzen angezogen fühle, ist Hindelang auch für mich die knapp einstündige Reise wert. Wandern? Ich?? Wozu hat der liebe Gott uns Menschen das Rad erfinden lassen?

Snoopy war wie immer mit von der Partie. Allerdings findet er erkennbar Wandern mit Uli einfach nur doof. Er würde lieber mit mir Radeln und die Zweibeiner erschrecken, die einfach nicht verstehen können, dass es Menschen gibt, die sich in Motocross-Outfit die Berge runterstützen. Und weil viele von ihnen nicht nur kein Verständnis haben, sondern oft auch keinen Verstand, ignorieren sie gern die Verbotsschilder, die zudem sehr eindrücklich auf die Lebensgefahr hinweisen. So stapfen sie auf eigentlich unbegehbaren Trails herum, beklettern Northshore-Hindernisse und bringen dabei sich und die heranstürmenden – und zu recht keine Fußgänger auf ihrer gesperrten Route vermutenden – Zweiradler in Bedrängnis. Um sich dann aufzuregen, wenn man adrenalingeschwängert wie ein Rohrspatz schimpft. Mir könnte es (fast) egal sein, wenn ich mit einem dieser Idioten kollidiere, ich trage Protektoren und Helm. Die Wanderer nicht…

Hier, aus der Gondel fotografiert, ist ein Teil der schwarzen Piste des Bikeparks Hindelang zu erkennen. Zwei Bilder zeigen meine Wenigkeit (nach meinem Absturz, nicht etwa davor). Sieht einfach aus, oder? Ist es aber nicht! Man braucht gute Bremsen, reichlich Federweg, ein stabiles Bike und pannensichere Reifen – die Steine rütteln einen nicht nur ordentlich durch und bringen einen nur zu gern zu Fall, wenn man eine Sekunde nicht bei der Sache ist, sondern schlitzen schon auch mal die Reifen auf oder sorgen für Durchschläge, die einen dann in die Rolle des Wanderers zwingen. Bike schieben ist unangenehm…

Die Kehren sind unkomplizierter, als sie aussehen, etwas Kurvenfahrtechnik vorausgesetzt. Sprünge sind das Salz in der Suppe, Anlieger sorgen für Beschleunigung. Nicht dass die an dieser Strecke notwendig wäre, sie ist nämlich ordentlich steil, auch wenn man das auf diesen Aufnahmen nicht sieht. Mit einem Missveständnis, dem ich immer wieder begegne, will ich an dieser Stelle gleich aufräumen: Bergabfahren in dieser Form ist nicht etwa Faulheit oder Entspannung, sondern schlicht Schwerstarbeit. Und gefährlich, wie wir Downhillfreaks immer wieder am eigenen Leib erleben.

Das Ende unseres Ausflugs markiert wie meist Snoopys überschäumende Freude darüber, dass er mich wiedergefunden hat. Und weil ich gestern so manche Blessur zu kühlen hatte, suchten wir gemeinsam die Ostrach auf. Ich (noch in Protektorenhemd, man weiß ja nie) zog es vor, mich wie Loreley auf einem Stein niederzulassen und lediglich die Füße ins eisige Wasser zu stecken, Snoopy dagegen ist einer der ganz Harten und nimmt grundsätzlich Vollbäder. Um sich danach im Dreck zu wälzen.

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§ 10 Antworten auf Lieber Zweiradler statt Zweibeiner

  • Floh sagt:

    Du siehst relativ unbeschädigt aus. Ist dem so? Vermutlich bist Du grün und blau. Die Fotos sind aus der gleichen Schräge aufgenommen, wie die Piste verläuft. Deshalb erkennt man nicht, wie steil es ist. Ich kenne Hindelang, ich bin dort öfter. Es IST steil! Und ruppig, Platten hat man dort immer mal. Fies ausgefahren ist es und kein Vergnügen, wenn man nicht gut auf dem Bike ist. Da machen sich öfter am Wochenende Anfänger richtig lang. Wo bist Du denn runtergesaust? Da ist eigentlich nur eine Stelle, die man wirklich sichern sollte mit Fangzaun. Da bin ich auch schon runter! 😳 Kumpels haben mich wieder hochgezerrt. Runter kann man ja nicht, da kommt man nicht mehr auf die Strecke. Hättest Du mal was gesagt, ich hätte freigenommen und wäre mitgekommen!

  • claudia sagt:

    Ein schönes Bild (das letzte)……
    Gina und Snoopy beim Badetag 😉

  • uli sagt:

    @Floh: Man erkennt nicht wie steil es ist – genau das waren heute meine Worte, als ich die Bilder sah…. und auch nicht wie ruppig. Ich war ja mit Snoopy im Gebiet Imberger Horn unterwegs und war etwas überrascht wie alpin die Wege teilweise sind, von daher unterscheidet sich das wohl kaum von der Strecke her, also heftig! Es wäre sicher ganz gut, wenn Gina das nächste Mal eine „Begleitung“ hätte, vielleicht wird es dann doch noch ihr Revier 😉

  • uli sagt:

    @Claudia: Ja und Snoopy war auf dem Bild wieder leidlich sauber, oben hat er mit einer Boxerhündin getobt, die zwei verschwanden dann irgendwann unter Bäumen und wir hörten ein seltsames Geräusch, so wie Schlammcatchen – raus kamen zwei total eingeschlämmte Hunde 🙄
    Unten nahm er dann mit Gina ein Bad, war schön sauber, aber! der weiche Sand am Ufer in dem Snoopy sich jedes Mal nach dem Rausgehen wälzte ist nicht zu sehen – da hilft nur die Trickkiste: Snoopy rein ins Wasser und dann zur nächsten Wiese rennen, das nur schon Mal als Anleitung für Dich 😉

  • uli sagt:

    Noch was zu Snoopy: Der würde viel lieber mit Gina die Strecke runterrennen – Wandern ist nicht so wirklich sein Ding, einerseits ja es gibt viel zu Schnuppern und meistens sind nette Leute unterwegs, aber der Rückweg ist halt immer so anstrengend – wie man an der raushängenden Zunge sieht und dann auch noch Fotoshooting unterwegs mit Leuten die in soooo süß finden. Megaanstrengend, gähn…. 😆

  • claudia sagt:

    @Uli: ich werde am WE eine „Matsch Hose“ mitbringen…….
    Aber danke für den Tipp mit dem Sand am Ufer – ich werde versuchen ihn auszutricksen 😉

  • Jan sagt:

    Ich finde, man erkennt recht gut, dass die Strecke anspruchsvoll ist. Und dass man sich beim Downhillen immer mal lang macht, ist Risiko. Sonst bräuchte man ja kein „Motocross-Outfit“. 😀 Wanderer auf den Pisten? Super!!! 👿 Wehe, wir Biker würden auf gesperrten Wanderrouten fahren! 😦

  • HR sagt:

    War es im Wald noch feucht?

  • Gina sagt:

    Nein, man sieht von der Gondel aus nicht wirklich, wie ruppig die Strecke ist. Aber wer beklagt sich? Es ist eine schwarze Piste, die nur für Könner gedacht ist! Also nicht für mich… – oder doch? Klar, zum Training! Blau und rot fordert mich nicht, schwarz ist teilweise grenzwertig. Also lernen, üben, testen. Und ab und zu eben auch mal abstürzen. Warum an dieser ausgesetzten Stelle kein Fangnetz ist, frage ich mich allerdings noch heute. 😕

    Blau ist eigentlich nur der rechte Oberschenkel – aber der over all! Und an dieser kleinen Stelle, wo zwischen Schulter- und Rückenprotektor noch Platz war, habe ich eine kleine Einschlagsmarke von meinem Bike. Achilles lässt grüßen… Was mal wieder bewiesen ist: Stürzen ohne größere Folgen kann ich! :mrgreen: Und weitergeheizt bin ich natürlich auch. Ehrensache! Heute Nacht allerdings machte mein Körper auf die ihm nicht genehme Behandlung von gestern deutlich aufmerksam. Dumm, dass blaue Flecken immer an den Stellen sind, auf denen man gern schlafen würde… 😦

  • Anja sagt:

    Oje… 😦

    Ist es denn ratsam, allein zu fahren?

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