Stuttgart 21: Verschlafen!

1. Oktober 2010 § 8 Kommentare

Jetzt muss ich mich doch äußern, nachdem ich bislang dazu geschwiegen hatte. Liebe Stuttgart 21-Gegner, es hilft einfach nichts: Ihr habt jahrelang gedöst, habt Euch von (teilweise) von Euch gewählten Politikern in den Schlaf regieren lassen, dann auch noch einen Bürgerentscheid aus formalen Grünen (wie peinlich und, ehrlich gesagt, unverzeihlich!) vergeigt – und nun seid Ihr aufgewacht und protestiert, demonstriert, widersetzt Euch der Staatsgewalt in Form der Legislative… Merkt Ihr nicht, dass Ihr zu spät aufgewacht seid, dass Ihr Euch in Trägheit ergeben hattet? Merkt Ihr erst jetzt, dass Politik nicht das ist, was „die da oben“ tun, sondern Politik uns alle angeht? Und war zum rechten Zeitpunkt am Rechten Ort und in der rechten Weise, sprich, mit adäquaten Mitteln und Methoden? (P.S.: Nein, ich bin nicht für Stuttgart 21!)

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§ 8 Antworten auf Stuttgart 21: Verschlafen!

  • joe sagt:

    wobei das Ganze wohl nicht nur für Stuttgart 21 gilt…bin gespannt, wielange der geduldige bzw. mit Deinen Worten schlafende Bürger das alles noch so hinnimmt…( – und „wahrscheinlich geht es uns noch zu gut“ – will ich jetzt nicht hören !!!) joe

  • Klaus sagt:

    Das ist in S so wie überall: Der Mensch wacht erst auf, wenn die Hütte brennt! Bis dahin pennt man gemütlich und lässt die anderen regieren oder arbeiten. Aber dann! Dann wird auf die Tonne gehauen! Alles andere wäre ja anstrengend und nicht so cool!

  • Norman aus S. sagt:

    Stuttgart 21 ist Scheiße!!! Aber das erst jetzt zu bemerken, ist noch viel schlimmer. Man hatte lange genug Zeit sich zu informieren. Dass der Abrissbagger alles platt machen würde, konnte sich offenbar keiner vorstellen. Stuttgarts Innenstadt wird steril und tot werden. Jetzt ist es zu spät, darüber zu jammern.

  • Juli(ane) sagt:

    Verschlafen oder auch gezielt nicht informiert worden, weil wirtschaftliche Interessen im Spiel waren. Klar, Information ist eine Holschuld… Aber sonst erfährt das Volk ja auch alles, was es (nicht) wissen will! Fakt ist: Du hast recht. Fakt ist auch: Die Stuttgarter fühlen sich verarscht.

  • uli sagt:

    @Juli(ane): Ich habe gestern das Thema bei Gina angestoßen, ja sie hat schon Recht, ich bin auch zuwenig im Thema drin, was es im Vorfeld an Informationen gab. Dein erster Satz gibt trotzdem das wieder, was ich mir gedacht habe.

  • Tom sagt:

    Tja, man hat geschlafen. Wie bei der Gesundheitsreform und bei der Steuerreform. Motzen ist immer leichter als Politik aktiv mitzugestalten. Was in Stuttgart abgeht, ist schlimm, Bäume abholzen ist unerträglich, den Schlossplatz zu verschandeln auch. Aber ich denke auch, dass es vorbei ist, dass bestenfalls die entgleisenden Kosten noch Thema sein könnten für Klagen oder so.

  • als mein Bruder vor ~ 12 – 15 Jahren in Stuttgart wohnte sagte er mir bei einem Besuch dass die Lokalpresse voll mit dem Thema wäre. aber es gab wohl so kein erwähnenswertes Interesse in der Bevölkerung, darum verschwand das Thema wohl recht schnell wieder.
    darum finde ich den Beitrag von Gina eigentlich nur richtig.
    wo waren denn die ganzen Leute die jetzt demonstrieren in den letzten Jahren?
    auch für dieses Projekt gab es Widerspruchsfristen, wie bei allen größeren Baumaßnahmen, aber es hat doch scheinbar jahrelang niemanden so richtig interessiert.

    auch ich bin nicht der Meinung dass das dieser Umbau eine dringend notwendige Angelegenheit ist (wobei ich noch nie mit der Bahn nach Stuttgart gefahren bin), allerdings meine ich auch dass da einige Leute mal etwas früher hätten reagieren können.

  • Gina sagt:

    Ich habe im Grunde zu wenig Ahnung, außerdem bin ich nicht aus Stuttgart. Ich kenne die Gegend zwar, in der jetzt Ausnahmezustand herrscht – und habe einige Geschichten gehört von Bekannten, die in der Ecke (bei einer Großbank) arbeiten und sich abends nicht mehr in Businessklamotten zum Zug gehen trauen, weil sie bepöbelt, beschimpft und bespuckt werden – , ein Urteil über Stuttgart 21 aber würde ich aber ohne genaue Kenntnis der Faktenlage nicht fällen wollen. Es gibt nachvollziehbare Argumente hier und da, aber auch eine Umsetzung – Durchsetzung! – , die einfach nur haarsträubend ist. Das alles wäre anders gegangen, wenn sich jemand schon früher dafür interessiert hätte, eine Gruppe gegründet worden wäre, und die dann juristisch und demokratisch-politisch korrekt gehandelt hätte. Das war nicht gegeben. Jetzt gibt es Ärger – und das akzeptiere ich nicht!

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