(Schein)Heiligtum

31. Oktober 2010 § Ein Kommentar

Ich ungebildete Atheistin baue manche freie Tage zwar gern in den Alltag ein, viele Gedanken aber mache ich mir selten um das, was an Sinn und Zweck dahinter steht, und mich lediglich deshalb interessiert, weil ich faul in den Federn liegen bleiben kann. Was morgen allerdings ansteht, wollte ich dann doch endlich genauer wissen. Ganze Heerscharen, die Richtung Friedhöfe flanieren, müssen doch irgendwas zu bedeuten haben?! Allerheiligen (lat. Festum Omnium Sanctorum), so erklärt mir Wikipedia, „ist ein christliches Fest, zu dem aller Heiligen gedacht wird – auch solcher, die nicht heiliggesprochen wurden – sowie der vielen Heiligen, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott.“ Viel weiter bringt mich das zwar nicht, außer, dass ich mich nun doch irgendwie angesprochen fühle. Oder lege ich das etwas zu großzügig aus? Egal, ich werde mich morgens einfach noch einmal ganz unheilig im Bett umdrehen.

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§ Eine Antwort auf (Schein)Heiligtum

  • uli sagt:

    Ich habe auch was gefunden aber nicht auf Wiki 😉

    Jährliche Gedenktage für alle Verstorbenen als Sammelfest gab es in der Westkirche seit dem frühen Mittelalter, meist nach der Osterzeit, z.B. am Pfingstmontag oder am Montag nach dem Dreifaltigkeitssonntag. Tendenziell gibt es eine – allerdings nicht allgemein gültige – Verbindung zwischen Ostern und dem Totengedächtnis. Die Feier der Auferstehung Christi zu Ostern und der durch Christus für die Toten wieder eröffnete Himmel und das Gedächtnis der Verstorbenen, die geläutert im Himmel weiter leben, bilden eine Einheit. Papst Johannes XXIII. (1958 – 1963) hat in eben diesem Sinn noch von Ostern als „Fest aller Toten” gesprochen. Seit dem 9. Jahrhundert, befördert durch Cluny, setzt aber die Verlagerung des Gedenktages Allerseelen (auch: Selentag oder Seltag) auf den 2. November, den Tag nach Allerheiligen, ein. Einem zunächst nur bei den Dominikanern, dann bei den Priestern des spanischen Einflussgebietes verbreiteten Brauch nach durften an diesem Tag drei Messen von jedem Priester gelesen werden. Dieser Brauch wurde 1915 von Benedikt XV. auf die ganze Kirche ausgedehnt.

    Der Tag ist tief im Volksbewusstsein verankert, der von einer „Sippenfrömmigkeit” gespeist wird. Am Vortag von Allerseelen, dem Nachmittag an Allerheiligen, werden die Gräber mit Grün und Blumen (Astern und Chrysanthemen) geschmückt (Repräsentanz der Verstorbenen durch die Lebenden) und ein „ewiges Licht” aufgestellt. Für das 16. Jahrhundert ist dies für Köln belegt, wo ein Gottesdienst und ein abendliches Gedächtnismahl dazu gehörten. Der Armseelenkult wurde durch die von einigen Kirchenvätern vertretene und vom Trienter Konzil bestätigte Auffassung gefördert, die Seelen Verstorbener, die vor Gottes Gericht bestanden hätten, seien vor ihrer Aufnahme in den Himmel an einem Ort der Reinigung (Purgatorium, Fegfeuer). Die Lebenden könnten den Toten durch Armseelenspenden helfen: Messopfer, Gebete, Opfer und Fasten. Die „Pflege der Seelen” in Form von „Seelgerätestiftungen”, die Hilfe der Lebenden für die Verstorbenen, deren endgültige Erlösung durch „gute Werke” befördert werden sollte, konzentrierte sich nun auf Allerseelen. Die Jesuiten gründeten die Armseelenbruderschaften unter dem Patronat des heiligen Josef.

    @Gina: Der Gräberbesuch ist Nachmittags, da bist selbst Du schon auf :mrgreen:

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