Die Homöopathie und die Wissenschaft

29. November 2010 § 7 Kommentare

Spiegel Online hat es vorgemacht und viele machen mit. Gut so, denn es geht um Medizin, die eine sein will, aber keine darf – und unserem wissenschaftlichen Verständnis zufolge auch keine ist. Nun aber öffnet sich die so kritische universitäre Medizinwelt dem Placebo, der zwar kein Effekt sein soll, dann aber doch einer ist. Wem es nützt? Klar, der Industrie. Wem es hilft? Letztlich (vielleicht und hoffentlich!) den Patienten. Doch die Diskussion ist wieder einmal eröffnet, diesmal allerdings durchaus kontrovers und mit offenem Blick für das Wesentliche: Darf ein Arzt Leidende betrügen, um ihnen zu helfen? Darf ein Professor „Scharlatane“ ausbilden? Hier und hier finden sich interessante Stellungnahmen zu diesen Fragen. Antworten? Die müssen wir wohl für uns selbst finden…

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§ 7 Antworten auf Die Homöopathie und die Wissenschaft

  • Sven sagt:

    Zu wissen, was die Homöopathie „kann“, ist eine Sache. Auch als Naturwissenschaftler – wir Ärzte sind Naturwissenschaftler! – muss man über alles informiert sein, was es an Komplementärmedizin gibt. Aber ob dieser nachgewiesene Schwachsinn gelehrt werden muss, damit man Unsicherheiten in der Behandlung verschleiert anstatt sie zugibt und weiterforscht? Ich finde auch, dass man nicht Homöopathie lehren sollte, sondern mehr Psychosomatik. Die wäre nämlich sinnvoll.

  • Ottl sagt:

    Wenn es aber doch hilft?!?! Kommt es darauf denn gar nicht an? Muss es immer wissenschaftlich erklärbar sein?

  • Sven sagt:

    Es geht nicht ums Helfen, sondern um den Betrug, geholfen zu haben, indem man Patienten Zuckerkügelchen gegeben hat! Und die werden höchst aufwendig hergestellt und teuer bezahlt!

  • @ Sven: Die Medizin ist eben keine Naturwissenschaft (vgl. auch die Stellungnahme des Präsidenten der Deutschen Ärztekammer im Spiegel-Onlin-Artikel). Selbst wenn heute im Medizinstudium naturwissenschaftliche Grundlagen vermittelt werden, geht es immer noch um die Praktik des Heilens des Menschen.

    Wem das noch nicht einleuchtet, der vergleiche einmal die durchschnittliche Medizin-Doktorarbeit mit der gemittelten naturwissenschaftlichen Doktorarbeit; oder schaue sich die klinische Praxis an, in der ganz oft ohne wissenschaftliche Theorien Versuch und Irrtum vor dem Hintergrund der klinischen Erfahrung angesagt sind.

  • Silvia sagt:

    Heilen ohne Medizin und ohne Wirkung? Wenn man mir das sagt, akzeptiere ich es. Allerdings wofür bezahle ich dann??? Für Wasser und Zucker bezahle ich ein paar Cent. Aber nicht das, was die Apotheken für das bisschen Scharlatanerie verlangen!

  • Sven sagt:

    Stimmt: Eine Doktorarbeit eines Dr. med. ist nicht mehr als eine Diplomarbeit eines Dipl. Oec. – wenn überhaupt. Ich sehe es auch nicht als mehr an, ganz ehrlich. Ich selbst habe einen Dr. med. sowie einen Dr. rer. nat. „vorzuweisen“ und verwende eigentlich keinen von beiden. Der Dr. heilt nicht… Ich bin allerdings im Grunde auch kein Heiler, sondern Reparateur, Mechaniker. Bei der Bundeswehr (vor allem im Ausland) geht es um andere Dinge als „Zuhause“. Zuhören, einfühlen und auch mal Handauflegen gehört aber zu jedem Arzt, der nicht nur Mediziner sein will.

  • Schwarzwälder sagt:

    Ich finde auch blöd, wenn man Geld für was bezahlt, was nur wirkt, weil ich mir einbilde, dass es wirkt! Also für NIX. Die Leistung des Arztes ist dann ja wohl eine Leistung für die ich nicht studiert haben muss. Die ich dann aber auch nicht erbringen darf!

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