Wozu Zuwanderungsprogramme?

13. Dezember 2010 § 7 Kommentare

Frau von der Leyen, bekanntlich christilich-soziale Arbeitsministerin, hat ein Problem namens Fachkräftemangel. Sie will es lösen, indem sie den Zuzug von ausländischen Qualifizierten aus aller Herren Länder fördert – auch wenn das ihrer Koalition gar nicht gefällt. Tut sie´s nicht, so hat sie sich vorrechnen lassen, würden in 15 Jahren fünf Millionen Arbeitskräfte fehlen. Über die Neue Osnabrücker Zeitung richtete die Ministerin markige Worte ans Volk:

Als zuständige Arbeitsministerin werde ich nicht tatenlos zusehen, wenn in einzelnen Berufen der Mangel an Fachkräften so groß wird, dass weitere Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

(…)

(Wir) werden wir auf qualifizierte Zuwanderung nicht verzichten können, ob wir wollen oder nicht.

Derzeit erarbeite Ihr Ministerium eine Positivliste mit Berufen, in denen bereits ein eklatanter Mangel bestehe, der definitiv nicht mehr mit inländischen Kräften zu bewältigen sei. Das gelte zum Beispiel für Ärzte, aber auch für Elektro-, Maschinen- und Fahrzeugbauingenieure. Das hat Frau von der Leyen gut erkannt. Was sie nicht erkannt hat oder nicht wahr haben will, ist, dass der Arbeitsmarkt schon lange nicht mehr Deutschland umfasst, sondern die gesamte EU.

Und was sie auch geschickt ausblendet, ist die Tatsache, dass man (also ihre Partei!) in den vergangenen Jahren kräftig daran gearbeitet hat, diesen Fachkräftemangel erst eskalieren zu lassen: Studiengebühren ohne Gegenleistung, völlig überladene Hörsäle, überforderte Abiturienten (G8!), überalterte Professoren ohne Ehrgeiz, eine unausgegorene Bologna-Struktur mit ratlosen Studenten und ablehnend eingestellten Unternehmen und nicht zuletzt Ausfälle und Schließungen aufgrund finanzieller Engpässe – trotz Studiengebühren!

Wir brauchen keine Zuwanderungsprogramme (wobei ich nichts gegen sie haben, man verstehe mich da bitte nicht falsch!), wir brauchen ein Bildungs- udn Ausbildungswesen, das wettbewerbsfähig ist. Wenigstens europaweit.

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§ 7 Antworten auf Wozu Zuwanderungsprogramme?

  • Joe2 sagt:

    Hi,
    ich kanns auch nicht mehr hören.
    Was ist mit den Gesetzen des freien Marktes?
    Ist die Nachfrage größer als das Angebot, steigt der Preis…normalerweise… und ruck zuck sind die Fachkräfte da.

  • H2O sagt:

    Ein Land, in dem Ausländer sarrazaniert werden, legt Einwanderungsprogramme auf. Guter Scherz!

  • Pirmin sagt:

    Wir Schweizer reden auch gern über Fachkräftemangel. Ausländer mögen wir noch viel weniger wie die Deutschen (die mögen wenigstens Österreicher und Schweizer – hoffe ich!) und in der Qualifizierung sind wir auch nicht besser. Aber wir sind ein kleineres Land und halten und mit dem bisschen Chemie recht gut über Wasser.

  • Kat sagt:

    wir brauchen ein Bildungs- udn Ausbildungswesen, das wettbewerbsfähig ist. Wenigstens europaweit.

    Genau das predige ich seit Jahren. Und was passiert? Weder landes- noch bundesweit wird in der Sparte investiert. Es wird nur gespart, gespart, gespart. 😦

    Viele Grüße, Kat

  • Kai sagt:

    Was ist neu an Zuwanderung/Auswanderung? Die gibt es schon immer, die gab es schon lange, bevor es Deutschland gab! Man geht dorthin, wo man gebraucht oder erwünscht ist und wo man es zu was bringen kann. Fertig.

  • Sven sagt:

    Kai :
    Man geht dorthin, wo man gebraucht oder erwünscht ist und wo man es zu was bringen kann. Fertig.

    Notfalls auch bewaffnet…

  • Gina sagt:

    @Sven: Solange man mit Wissen und Know-how bewaffnet ist, dürfte man willkommen sein… 😉

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