Wenn Wissenschaft nicht Wissen, sondern mich schafft

21. Dezember 2010 § 6 Kommentare

Dass uns die Wissenschaft Wissen verschafft, mag eine Weisheit sein, die sich uns schon aus dem Wortsinn erschließen lässt. Dass uns die Wissenschaft aber manchmal auch die Identität rauben kann, steht nirgendwo, wird an keiner Uni gelehrt und von keiner Publikation aufgegriffen. Mit dieser Erkenntnis stehe ich nun allein da, lediglich der Weg zum Therapeuten steht mir noch offen. Bevor ich mich zu ihm aufmache, kurz der Hintergrund meines psychischen Zusammenbruchs:

Unter dem Titel „Was Affenmädchen mögen“ erklärt mir die Onlineausgabe von Bild der Wissenschaft, dass das Spielen mit Puppen  Schimpansenmädchen im Blut liegt.

Weibliche Schimpansenjungtiere spielen mit Stöcken wie Mädchen mit Puppen. Diese Beobachtung haben zwei US-Forscher bei Schimpansen in freier Wildbahn gemacht. Primatenmädchen, nicht jedoch ihre männlichen Artgenossen, behandeln demnach ausgewählte Äste ähnlich wie Affenmütter ihre Babys. Dieses Gebaren verschwindet, sobald die Weibchen ihren ersten Nachwuchs zur Welt bringen. Ein solches geschlechterspezifisches Spielverhalten sei erstmalig bei wildlebenden Primaten beobachtet worden, berichten Sonya Kahlenberg und Richard Wrangham von der Harvard University in Cambridge.

Gut, akzeptiert. Again what lerned. Wieder neues Klugscheißerfutter Informationsmaterial für den nächsten Stammtisch. Doch jetzt kommt er, mein Aufreger des Morgens. Lesen Sie mal weiter:

Mädchen spielen lieber mit Puppen, Jungs bevorzugen Autos, das ist durch wissenschaftliche Studien belegt – sogar für Affen: Bei in Gefangenschaft lebenden Schimpansen gaben die Weibchen Puppen den Vorzug, während männliche Artgenossen lieber mit Autos spielten.

Und? Wie finden Sie das? Hey, das ist offene Geschlechterdiskriminierung!!! Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass ich NIEMALS mit Puppen gespielt habe! Ich war die mit den Autos. Ich war Winnetou und nicht etwa Nscho-tschi. Ich war die, die dem Nachbarsjungen eine auf´s Maul gehauen ins Gewissen geredet hat, weil er die Kleine von nebenan immer getriezt hat. Ich hatte keine blonden Locken, sondern schwarze Stoppeln. Ich war der einzige Kerl unter den ganzen Milchbubis!

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