Von Doktortiteleien und Nasenbrüchen

18. Februar 2011 § 5 Kommentare

Titel hin, Doktor her: Wie wichtig ist eigentlich das Namensanhängsel? Und wie wirkt es auf Menschen wie Sie und mich? Auf mich erst einmal gar nicht. Ich selbst hätte ein paar Buchstaben vor meinen Nachnamen zu schreiben, tue das aber nicht bis extrem selten. Warum nicht? Das werde ich im engsten Bekannten- und Verwandtenkreis erstaunlich oft gefragt („Du musst dich verkaufen!“), niemals aber von anderen Titelträgern („Ach was, ein Titel bringt gar nix!“). Die Antwort ist eigentlich ganz einfach:

Den Einen schmückt so ein Dr. vor dem Namen ungemein, dem Anderen kommt er wie das Zipfelchen am Luftballon vor. Der Eine braucht den „Herrn Diplomirgendwas“ für´s Selbstwertgefühl, der Andere fühlt sich auch ohne nicht wirklich wertlos. Und möglicherweise ist es auch ganz anders und so mancher Nichtoffentitelträger amüsiert sich recht gut auf dem hintersten Understatementbankerl? Von dort aus beobachtet sich´s recht gut, wenn andere gerade mal wieder ganz wichtig sind… Und hin und wieder auf die a bisserl zu hoch getragene Nase fallen…

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§ 5 Antworten auf Von Doktortiteleien und Nasenbrüchen

  • uli sagt:

    Du wieder! 😉

  • Carina sagt:

    Find ich super, deine Einstellung. Würd ich genauso halten, hätte ich einen Titel. Dafür nehm ich mich einfach nicht wichtig genug.

    Es ist mir allerdings auch bei anderen Menschen völlig schnuppe, welchen Titel oder welche Position sie haben, ich behandel grundsätzlich alle, denen ich gegenüber trete, gleich. Ich seh einfach keinen Grund, warum ein Titel bzw. eine höhere berufliche oder gesellschaftliche Position den einen Menschen besser machen sollte, als den anderen.

  • Le Saucisson sagt:

    Hach, das erinnert mich doch glatt an eine befreundete Familie. Die wussten schon immer, das ihre Tocher etwas besseres war. „Die Frau Doktor“ nannten sie ihr Kind oder „Die Doktor’sch“. Leider wurde daraus nix. Sie hat ne Ehrenrunde in der Lehre gedreht. Ups.
    Soviel zum Ehrgeiz einen Titel zu erlangen.

    Andere machen es sich leichter. Als ich bei der Post jobbte hatte ich immer wieder Briefe für Dr. Maria Pasisch (Name geändert). Eines Tages flogs dann auf: Dr. war keine Abkürzung für Doktor sondern für den weiblichen Vornamen Dragona.
    Würden ambitionierte Eltern als schlicht bei der Wahl des Vornamens mehr aufpassen (Inge oder Ingo für Ing.), so müssten sie sich später nicht ganz so lächerlich machen 🙂

  • Gina sagt:

    Oft „brauchen“ die Eltern den Titel mehr als der Filius… 😉

  • Schwarzwälder sagt:

    Titel sagen doch nur aus, dass der Mensch was gelernt hat. Was ist doch nicht das Thema. Nützt es wem? Egal ist das. Der Titel scheint mehr zu gelten als das Wissen…

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