Frauen sind selbst schuld. Immer und überall.

8. März 2011 § 13 Kommentare

Weltfrauentag. Eigentlich wollte ich nichts dazu schreiben. Und wenn, dann wäre es eine Satire geworden, ein mich lustig machen über die Alice Schwarzers & Co – wobei ich natürlich weiß, dass noch 1977 frau die Erlaubnis vom Ehemann brauchte, um arbeiten gehen zu dürfen und dass eben jene Alice Schwarzers & Co viel dafür beigetragen haben, dass frau heutzutage Mann sagt, wo´s langgeht emanzipiert sein darf. Aber nicht muss. Ach, egal. Anlässlich des einhundertsten Weltfrauentags habe ich nachlässig nach Zitierenswertem gesurft und bin bei den Digitalen Notizen über das Folgende gestolpert:

(…) nach 40 Jahren Geschlechtertheater müssen wir feststellen: Wir selber haben’s vermasselt. Wir Frauen. Wir reden und schreiben und regen uns auf und verfluchen unsere Ohnmacht gegenüber den gesellschaftlichen Strukturen – aber wie handeln wir denn Tag für Tag?

Wir lassen dieses System nicht nur zu. Wir machen mit. Wir selbst halten es am Leben. Warum sonst wohl sind unsere bisherigen Veränderungsstrategien meist wirkungslos? Weil wir keine Gegnerinnen des Systems sind, sondern Komplizinnen!

Das und noch viel mehr in diesem Stil steht in dem zurecht umstrittenen Buch „Die Feigheit der Frauen. Rollenfallen und Geiselmentalität“. Ich hab´s den oben ausschnittweise zitierten Beitrag in den Blättern für deutsche und internationale Politik nur überflogen; es intensiv  zu lesen und zu reflektieren würde meine zarte Seele nicht aushalten. Aber bereits das Scannen hatte Auswirkungen: Ich fühle mich mies. Schuldig. Ich habe versagt. Einfach so, weil ich ich bin. Damit muss ich nun leben oder bei Alice Schwarzer beichten. – Na, dann lieber leben.

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§ 13 Antworten auf Frauen sind selbst schuld. Immer und überall.

  • […] sehr verehrte Herr- und Frauschaften, was hat denn heute die Welt bewegt – oder sollte ich fragen, womit haben die Medien die Welt […]

  • claudia sagt:

    Hier in Italien wird dieser Weltfrauentag regelrecht zelebriert 🙂
    Aber die Rechnung im Restaurant mussten wir trotzdem bezahlen…

    Dafür hat man uns im Nebenzimmer eine „spezielle Veranstaltung“ für die Frauen angeboten…….
    eine Show…..
    mit Musik….
    und Tanz…..
    und zum Schluss einem spärlich bis unbekleideten Italiener
    😆

  • Gina sagt:

    Uaaaahh!!! 😯
    Musste letzteres wirklich sein?

  • Stephanie sagt:

    als hätte es jemals was gebracht, draußen zu stehen und „buh“ zu rufen…. insofern finde ich die Kritik albern.
    Frauen können nur Veränderungen bewirken, wenn sie erfolgreich ihren Weg im bestehenden „System“ (ich beziehe das mal auf die Arbeitswelt) gehen und anderen Frauen damit bewwußt oder unbewußt den Weg ebnen.

    Und ich behaupte jetzt etwas Ketzerisches: Wenn Frauen wollen, können sie auch mehr verdienen (finanziell gesehen – in den meisten Fällen zumindest). Warum fehlt Frauen hier das Selbstbewußtsein, ein gerechtes Gehalt zu verlangen?

    Was mich aber wirklich an der heutigen Frauenwirklichkeit irritiert, ist der Fakt, dass immer noch so viele (nicht nur) junge Frauen irgendwelchen körperlichen und modischen Idealen hinterherrennen und sich für die Erreichung auch erniedrigen lassen. Hier läuft etwas mächtig schief.
    Das hat aber auch etwas mit dem Selbstbewußtsein der Betroffenen zu tun.

    Ich bin aber nicht schuld.

    Ich nehme dann mal so lange den spärlich unekleideten Italiener 😉

  • Gina sagt:

    http://www.spreeblick.com/2011/03/08/100-jahre-frauentag-–-ein-wunschzettel

    Lesenswert! 😉
    Vor allem die Kommentare… Von mir sind auch welche dabei. :mrgreen:

  • Le Saucisson sagt:

    Hier in Frankreich machte man sich gestern froh: Im Durchschnitt werden Frauen NUR 16% weniger bezahlt als Männer, ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo es laut dieser Statistik 23% waren. Man hat sich gefreut und gefeiert, denn andere sind noch scheisserer als wir selbst. Dass z.B. Italien im Ranking bei knappen 5% Gehaltsunterschied lag, das liess man einfach mal unkommentiert.

  • claudia sagt:

    @Gina: NEIN das musste nicht sein!
    Wir zogen es vor im allgemeinen Gastraum zu speisen,
    ohne kreischende (hysterische) Italienerinnen
    UND ohne Fleischbeschau des „Italian Stallone“
    🙂

  • Phreak sagt:

    Da ist es immer gleich vorbei mit dem Feminismus, wenn es nackige Männer zu glotzen gibt, gell? 😉

  • Stephanie sagt:

    Gina :
    http://www.spreeblick.com/2011/03/08/100-jahre-frauentag-–-ein-wunschzettel
    Lesenswert!
    Vor allem die Kommentare… Von mir sind auch welche dabei.

    Gelesen – und dir stimme ich absolut zu. 🙂

    Ich arbeite übrigens auch lieber mit Männern zusammen. Erst vor kurzem musste ich wieder einmal sehr negative Erfahrungen, was die Zusammenarbeit mit Frauen betrifft, machen.
    Noch ein etwas polemischer Beitrag: Ich kann das Gejammere von manchen Frauen, was die Chancengleichheit betrifft, überhaupt nicht ab. Aber das betrifft tatsächlich nicht nur Frauen.

  • Gina sagt:

    Was mich „nebenan“ nervt, ist die Tatsache, dass dort extremes Schubladendenken herrscht, man aber Schubladendenken für sich und seine Geschlechtsgenossinnen strikt ablehnt… 🙄

  • Stephanie sagt:

    oh ja.
    🙂
    Stellenweise musste ich tief Luft holen.
    Warum glauben Menschen, Schubladendenken hilft beim Verstehen weiter?
    Dabei ist es doch einfach nur hinderlich.

  • Sven sagt:

    Ich hab es auch mal durchgelesen. Das genau sind diese Art Frauen, die Männer so dick haben!

  • Silke sagt:

    Zicken. Mehr kann ich dazu einfach nicht an Worten verlieren. Blöde Zicken.

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