Ist Print das bessere Medium?

2. Mai 2011 § 57 Kommentare

Bekanntlich bin ich bibliophil. Ob das eine ansteckende Krankheit ist? Ich hoffe! Lesen bildet. Das ist eine alte, keineswegs aber veraltete Weisheit. Wer kann am Bildschirm wirklich mehr aufnehmen als schnelle Informationen, wer kann längere Texte erfassen und verarbeiten? Wer liest schon online ein Buch? Wer jetzt „ICH!“ ruft, möge mir das bitte beweisen – aber Vorsicht: Kontrolltools gibt es zuhauf! Wie gesagt, ich schätze Papier; ich liebe Bücher, Zeitschriften, Zeitungen. Letztere allerdings nicht mehr in tagesaktueller Form, weil sie das schlicht nicht sind. Wochenzeitungen gönne ich mir, die Meldung, die Nachricht, den Bericht dagegen lese ich online. Den Hintergrund, das Wissen zur Information beschaffe ich mir auf Paper – selbst wenn ich es aus dem Drucker und nicht vom Kiosk hole. Nun hat ein Blogger versucht, das zu tun, was ich für richtig und wichtig erachte: Er suchte Argumente für bedrucktes Papier. 50 an der Zahl zählt er auf. Doch gelungen, zu beweisen, dass Papier „praktischer“ ist, ist ihm nicht.Vielleicht war ja die Idee gut und schlicht der Ansatz falsch? Lassen Sie´s uns doch einfach diskutieren:

Fett gedruckt zitiere ich die 50 Argumente des Kollegen und gebe dann meine Ansicht dazu kund, die natürlich ebenso diskutierbar ist, wie die Ursprungsmeinung. Was mir fehlt, das kann ich gleich zu Beginn feststellen, sind Belege für so manche Behauptung. Wäre der Blogger einer meiner Autoren, würde ich ihn zurück an den Schreibtisch schicken mit der Anweisung, besser zu recherchieren, Wiederholungen und Banalitäten zu eliminieren und weniger zu polemisieren.
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1. Papiermedien funktionieren immer.
Außer bei Streik, wenn ich nicht aus dem Haus kann oder die Läden die gewünschte Publikation nicht führen. Also eine Frage der Verfügbarkeit. Beim Web stellt sich die Frage zwar auch, doch hat man Internet, hat man im Prinzip alle Informationen, die das Web bietet.
2. Papiermedien gehen auch dann nicht kaputt, wenn sie nass werden.
Könnten alle Bücher und Zeitschriften hier als Zeugen auftreten, die ich schon in der Badewanne versenkt habe… Aber grundsätzlich richtig, wenn die Papier- und Druckqualität passt.
3. Papiermedien kann ich im Bett lesen.
Korrekt.
4. Papiermedien kann ich in die Badi mitnehmen, ohne Angst, dass sie geklaut werden.
Was ist eine „Badi“? Ein Schwimmbad? Wäre auch korrekt.
5. Papiermedien kann ich in den Rucksack packen, wenn ich in wandern gehe.
Korrekt. (Hätte ich ein iPhone, könnte ich das auch. Und auch gleich nach dem Wetter schauen. Und nach der Route. Und nach der Speisekarte der nächsten Hütte… Na, lassen wir das. Ich habe kein iPhone.)
6. Papiermedien brauchen keine Batterien und keinen Netzanschluss.
Korrekt. Wichtigstes Argument!
7. Papier kann man problemlos recyclen.
Korrekt. Rohstoffe vernichtet dieses wie jenes, Papier allerdings ist definitiv ökologischer, wenn es auf Plantagen „angebaut“ wird. Das, was elektronische Geräte in sich tragen, ist alles, nur nicht ökologisch.
8. Was auf Papier gedruckt ist, ist relevanter und entspricht der Wahrheit eher als Online-Medien, weil eine Organisation (Redaktion, Verlag usw) die Qualität des Inhalts überprüft hat.
Absoluter Quatsch!
9. Was auf Papier gedruckt ist, ist sorgfältiger geschrieben. Denn was gedruckt ist, kann man nicht mehr mit Knopfdruck löschen. Das erhöht die Sorgfalt der Autoren massiv.
Das erlebe ich anders (und auch meine Kollegin, die Lektorin und Korrektorin ist). Printmedien haben Korrektorate (auch elektronische). Aber auch die erhöhen nicht die sprachliche Qualität von Texten, wie man sehr einfach prüfen kann. 
10. Papiermedien sind dauerhafter als elektronische Medien.
Bücher ja. Zeitschriften… hm… naja… njein. Zeitungen? Nein! Man stöbere nur einmal durch die Websites. Da lassen sich Beiträge finden, die Jahre alt sind. So recherchieren Journalisten übrigens heutzutage…
11. Wenn ich einen Text behalten will, muss ich ihn nicht erst ausdrucken.
Ich nicht. Aber andere. Hier stellt sich mir wieder die Frage nach der Verfügbarkeit.
12. Papier ist besser für meine Augen als der Bildschirm.
Woher hat er das? Stimmen tut´s nicht, sagen Ophtalmologen. Der Bildschirm macht die Augen lediglich schneller müde, nicht aber schlechter.
13. Papier ist besser für meinen Rücken, weil ich in jeder Position lesen kann.
Unterschreibe ich unter einem anderen Gesichtspunkt: Ich kann meine Position frei wählen. Besser sitzen tu´ ich sicher auf dem Schreibtischstuhl als lümmelnd im Sessel. Aber wie gesagt, die freie Positionswahl überzeugt mich.
14. Papier ist hygienischer, da die Computertasten bekanntlich schmutziger sind als Klobrillen.
Meine nicht, sie werden regelmäßig desinfiziert (wie auch meine Hände, Türklinken etc.)
15. Papiermedien sind schöner, weil der Druck scharf ist und selbst kleinste Buchstaben problemlos lesbar sind (vorausgesetzt, dass man scharf genug sieht).
Tipp: <Strg> <+> kann helfen. Und ein guter Bildschirm.
16. Papier hält fit, weil ich in die Bibliothek oder zum Kiosk gehen muss, um bestimmte Bücher und Zeitungen zu besorgen.
Autsch! Das Argument ist… Naja, lassen wir das. Auch hier wieder das Thema: Verfügbarkeit.
17. Papier ist für die Konsumenten viel billiger, da sie für die Lektüre nicht immer wieder neue, teure elektronische Geräte kaufen müssen.
Ich kaufe alle drei Jahre ein neues Notebook und lese darauf, was immer ich will. Blödes Argument. Tut mir leid, aber es ist einfach so.
18. Papiermedien sind umweltfreundlich, weil für die Produktion viel weniger Energie benötigt wird als für die Produktion von Computern.
Kann ich mir gut vorstellen, ich hätte aber gern Zahlen dazu. So bleibt es eine Annahme.
19. Papier sichert das Überleben der Menschheit, weil für die Produktion und für den Konsum der Papiermedien weniger (Atom-) Strom verbraucht wird.
Das ist nun wirklich… Wie formuliere ich´s? Naja, Sie wissen schon. Ein Bauchkrampfargument.
20. Papier erzeugt keinen Elektronikschrott, der die Bewohner der Dritten Welt vergiftet.
Korrekt.
21. Der Kauf von Papiermedien sichert spannende Arbeitsplätze in Verlagen, Redaktionen und Buchhandlungen. Die Arbeitsbedingungen der Online-Medien sind bekanntlich erniedrigend für die Angestellten.
Ich fühle mich nicht erniedrigt. Und ob der Verfasser ahnt, wie wenig Buchhändler bzw. die Verkäufer dort verdienen? Ob Hugendubel oder Tante Emma – spannend ist hier nur die Frage, wie die Miete zu bezahlen ist. Und wie in Verlagen und Redaktionen gearbeitet wird? Nicht auf Papier, das ist sicher, Papier ist lediglich das, was am Ende einer Produktionskette entsteht. Sehen tut der gemeine Printjournalist es lediglich im Laden. Wenn es dort zu erhalten ist…
22. Das Blättern in Papiermedien ist viel angenehmer als das Browsen in Online-Dokumenten.
Korrekt! Suchen ist natürlich eine andere Sache. Aber Blättern… Ja, das liebe ich!
23. Wer eine gute Zeitung oder Zeitschrift liest, ist besser informiert. Denn Online-Medien sind viel weniger zuverlässig.
Quatsch!
24. Der Inhalt von Zeitungen und Zeitschriften ist aktuell – Onlinequellen verbreiten hingegen oft veraltete Informationen.
Ähem… Was ist daran aktuell, wenn meine heutige Zeitung mir erzählt, dass Gaddafis Sohn tot ist? Das wusste ich schon gestern – aus Onlinemedien!
25. Papiermedien sparen Zeit und Energie, die ich verbrauche, wenn mein Computer nicht funktioniert, was bekanntlich oft vorkommt.
Der Verfasser dieser Zeilen sollte seinen Computer besser warten oder einen Neukauf in Erwägung ziehen. Und: Papiermedien sparen definitiv keine Zeit!
26. Papiermedien sind nicht abhängig vom Funktionieren des Internetanschlusses, der bekanntlich nicht immer funktioniert.
Korrekt.
27. Papiermedien können nicht mit Knopfdruck zensuriert werden, so wie das mit Onlinemedien in China und anderswo geschieht.
Auf Knopfdruck nicht. Aber sie werden zensiert. Ich hoffe, da besteht kein Zweifel?!
28. Papiermedien enthalten interessantere Informationen, weil sie in einer Organisation erarbeitet werden, in der Leute sitzen, die anständig bezahlt werden und die (auch deshalb) motiviert sind, gute Arbeit abzuliefern.
(Ich lache gerade laut.) Ab-so-lu-ter Nonsens!
29. Papiermedien enthalten relevantere Informationen, weil der Benutzer nicht besondere Fähigkeiten besitzen muss, um Internet-Suchmaschinen zu bedienen.
Aha. Woher bekommt ein Journalist Informationen, wenn nicht aus Datenbanken? (Der Verfasser hat wirklich keine Ahnung vom journalistischen Geschäft, das wird immer deutlicher!)
30. Papiermedien sind besser für die seelische Gesundheit, weil sie nicht süchtig machen.
Jetzt wird´s hahnebüchen.
31. Papiermedien sind vorteilhaft für das soziale Ansehen, weil ein gut gefülltes Büchergestell das Prestige erhöht.
Und jetzt wird´s lustig. Aber danke, ich fühle mich schon sehr prestigehaltig, weil mit vielen sehr gut gefüllten Bücherregalen lebend.
32. Papiermedien intensivieren die geistige Auseinandersetzung mit der Welt, weil das Lesen von Papiermedien konzentrierter abläuft als das Lesen von Texten auf einem Bildschirm.
Das mag sein. Ich glaube sogar, dass es so ist.
33. Die Aufmerksamkeitsspanne ist beim Lesen von Papiermedien wesentlich länger.
Korrekt. Das ist in -zig Studien bewiesen.
34. Papiermedien enthalten keine nervig flackernden Inserate.
Dagegen gibt es hilfreiche Tools, die das Geblinke abstellen bzw. die Inserate eliminieren.
35. Aus Papier kann man Papier maché herstellen.
Kindisches Argument.
36. Papier kann man nach dem Lesen auch für viele andere Sachen verwenden: Papierhüte, Ausstopfen von nassen Schuhen usw.
Naja. Stimmen tut´s…
37. Papier ist ein einheimischer Rohstoff, der immer wieder nachwächst.
Korrekt.
38. Papier ist natürlich und deshalb ein sehr angenehmes Material.
Korrekt.
39. Es gibt viele verschiedene Papiersorten, das erhöht den haptischen und visuellen Genuss.
Korrekt. Allerdings sind die dann nicht mehr wirklich ökologisch.
40. Fotos kann man auf Papier in viel besserer Qualität reproduzieren als auf einem Bildschirm.
Aber nicht bearbeiten wie einen Ausschnitt vergrößern, zoomen etc.
41. Papier gibt es in ganz verschiedenen Formaten.
Meinen Bildschirm auch. (Okay, das war jetzt blöd. Sorry. Aber das Argument war auch eher banal.)
42. Eine grossformatige Zeitung wie die «Zeit» kann man unmöglich auf einem Bildschirm wiedergeben. Auch die grössten Bildschirme sind zu klein dafür.
Ich hasse großformatige Zeitungen, für die man im Zug zwei Sitzplätze braucht! Wozu sollen diese Formate gut sein? Mehr Information auf einer Seite bedeutet doch nicht mehr Information?!
43. Papiermedien kann man vollkritzeln, und man kann den Text unterstreichen. Nur so kann man längere Texte wirklich konzentriert lesen und verstehen.
Ich kritzle nicht, schon gar nicht in Bücher (ich bin bibliophil, wie gesagt). Konzentriertes Lesen ist auch ohne Schmiereien möglich. Speichern kann ich Texte nur elektronisch. Wiederfinden kann ich sie auch nur elektronisch.
44. Papier stürzt nie ab.
Korrekt. Hatten wir aber schon.
45. Papier hat nie einen leeren Akku.
Auch das ist korrekt, aber eine Wiederholung.
46. Wer Papiermedien aufbewahren will, benötigt keine teuren Druckerpatronen fürs Ausdrucken.
Korrekt. Aber Platz. Und irgendwann ein Archiv, das man… wie verwaltet? Elektronisch.
47. Papiermedien respektieren das Urheberrecht.
Uuuuaaahhh!!! Entschuldigung, aber das ist nun wirklich Schmarrn! Medien respektieren das Urheberrecht! Privatpersonen neigen eher dazu, es zu missachten. Sei es absichtlich („Post Privacy“) oder aus Unkenntnis.
48. Papiermedien erschweren die Piraterie.
Abschreiben kann ich hier wie da. Copy&Paste ist natürlich hier einfacher, aber Plagiate verhindert kein Papier der Welt!
49. Die Lesbarkeit von Texten ist viel besser auf Papier als auf einem Bildschirm.
Ich lese lieber auf Papier. Ob die Lesbarkeit besser ist? Vermutlich kommt es auf den Bildschirm an, auf Ergonomie, auf Schriftart und -größe und auf Vorlieben. Ich hätte gern einen Beweis für diese Behauptung.
50. Das Kursbuch zeigt alle Verbindungen, nicht nur die, die im elektronischen Fahrplan programmiert sind.
Auch kurzfristige Änderungen? Eher wohl nicht, oder?
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§ 57 Antworten auf Ist Print das bessere Medium?

  • Medienphilosoph sagt:

    Dass Du Dir die Mühe gemacht hast, diesen Bullshit zu zerlegen…

  • Gina sagt:

    Wie gesagt, wäre das Thema als solches interessant. Ich wollte allerdings deutlich machen, dass man es, wenn, dann seriös angehen sollte. Dass die meisten Argumente des Bloggerkollegen Schnellschüsse ins Klo sind, ist klar. Vielleicht jetzt auch ihm… 😉

  • Stemmie sagt:

    Ist das ein Schweizer? Kommt mir so vor. Sagt doch dann auch alles, oder? 😆

  • Sven sagt:

    Weder das noch das ist besser oder schlechter. Alles zu seiner Zeit und an seinem Ort. Und jeder nach seiner Fasson. Ich kombiniere wie Gina und will weder auf Papier noch auf LCD verzichten. Die Argumente hätten wirklich weniger aber besser sein sollen, dann könnte man darüber diskutieren. Aber so? Nö.

  • Anonymous sagt:

    Das mit der Umweltfreundlichkeit und Kompostierbarkeit kann ich nicht unterschreiben. Ich wette, wenn man alle Nachrichten, die ich an einem Rechner während seiner Lebensdauer gelesen habe, in Papier umrechnet – und dann noch die Tinte und die Abnutzung des ebenfalls elektronischen Druckers, den Transport mit Sprit und Autoabnutzung etc. gegenrechnet – hat das gedruckte Wort eine wesentlich schlechtere ökologische Bilanz als der Computer.

  • Silke sagt:

    Was sind das denn teilweise für abstruse Argumente? Ich finde gut, dass Du das Thema aufgegriffen hast, aber ehrlich, es hätte bessere Ansätze gegeben, die Du als Basis hättest nehmen können. – Ja, das ist Kritik, weil Du Fachfrau bist! 😉

  • BAE sagt:

    – Ich brauchte hier .
    – Papier ist in der Regel weiß und hat keinen fiesfarbigen Hintergrund.
    – Trotzdem hast du (meist) Recht. Das mit der Prestige stimmt allerdings schon, denke ich. Jedes Mal, wenn ich in eine Wohnung komme und das einzige Buch, das ich sehe, von Mario Barth ist, denke ich mir »Depp«. Ist vielleicht oberflächlich, aber erste Eindrücke laufen willkürlich ab, da kann ich nix für.

  • Leo sagt:

    Hallo Gina,

    schön, das du dir die Arbeit gemacht hast, „das Ding“ zu verplückent – ich hab mich davor gescheut.
    Was mir allerdings ein bischen fehlt: die Diskussion geht in Richtung „Papier oder Web/Online“. Was von euch beiden leider völlig aus Acht gelassen wird, sind eBook Reader (egal, lass es den Kindle oder ein Pocketbook sein) – da relativieren sich auch zB die Punkte 3, 5, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 17, ev 18, 22, 26, 27, 33, 34, 43, 46, 49 erheblich…

  • Jochen sagt:

    Was dagegen spricht Artikel online zu lesen:

    Orange Schrift auf beigem Hintergrund…

    Deine Argumente finde ich gut aber leider schwer zu lesen. Ich finde die Farbgebung suboptimal — ein Grund mal wieder ein Paper zu lesen 😉

    Besten Gruß

  • Kevin sagt:

    Papier braucht Platz. Und den habe ich nicht. Schon gar nicht im Koffer bei zwei, drei Wochen Urlaubsreise. Dafür habe ich einen Kindle und ein iPad…

  • Gina sagt:

    Kann man´s wirklich schlecht lesen? Danke für den Input, wird gleich geändert. Bei mir ist es gut lesbar…

  • martin sagt:

    Hatte mir auch ueberlegt, als absoluter Printmedianfan den Text zu zerlegen. Aber selbst das waere meinerseits schon zu viel Aufmerksamkeit fuer solch einen bescheuerten Text. Frage mich tatsaelich wieso der im Bildblog verlinkt wurde. Es fehlt ihm, wie du sehr schoen aufgezeigt hast, an allen Ecken und Enden an Informationsgehalt und Sachlichkeit.

    Aber nur nebenbei, ich liege im Bett, lese hier Onlinemedien und kann sie auch noch kommentieren. Auch wenn niemanden mein Gesabbel interessiert, mit Print ginge das wohl nicht.
    Nur um Punkt 3 noch etwas entgegenzusetzen.

  • Steff Haas sagt:

    Viel besser! Bei mir war die Farbe okay, aber jetzt ist es gut. Zum Inhalt: Es wurde schon gesagt, dass es ja nicht nur PC und Notebook gibt. Aber Du hast Dich ja auf den Ursprungsblog berufen und dort ist von Kindle und Co nicht die Rede. Allerdings mag ich Kindle auch nicht, sondern wirklich Bücher zum Blättern. Aktuelle Medien sind wirklich nicht mehr offline, sogar das TV ist Stunden hinterher. Also eine Kombination aus allem, dann passt es für mich. Papier hat Vorteile, aber es so zu hypen in 50 Punkten war daneben.

  • Koala sagt:

    Ich lese auch im Bett. Mit dem iPad…

  • Öli sagt:

    Mir fällt noch was ein, was man mit Papier machen kann: Die 50 Argumente draufdrucken und sich damit den A… abzuwischen! So ein Schwachsinn.

  • Steffen Lepa sagt:

    Also die höhere Umweltfreundlichkeit dem Papier zu unterstellen würde ich mal nicht so schnell unterschreiben. Zumindest die massenweise Verwendung von eReadern dürfte auf lange Sicht weitaus ökologischer sein, als die von Papier. Es gibt ja nicht nur den Holzverbrauch, sondern auch noch den Bleichungsprozess. Und: Gerade neulich hörte ich auf DLF, dass inzwischen in China und Brasilien vermehrt Wälder für den europäischen Papierkonsum abgeholzt werden…

  • Gina sagt:

    @Steffen Lepa: Gutes Argument, das mich zum Nachdenken bringt. Wären eReader weiter verbreitet – es „hakt“ ja weniger an den Anschaffungskosten für die Geräte als eher an den hohen Preisen für elektronische Publikationen aufgrund der mir unverständlichen Buchpreisbindung auch für diese Medien -, wäre sicher die ökologische Frage zulasten des Papiers beantwortet. Vor allem, weil eben nicht jedes Papier auch wieder zu Papier werden kann, das man bedrucken kann. Genau genommen wird aus allem, was wir in die Papiertonne stecken, Karton und anderes Verpackungsmaterial.

    Doch die Seltenen Erden (sehr seltene Rostoffe mit besonderen Eigenschaften für viele elektronische Geräte wie auch Handys, Smartphones und Tablets) sind auch Thema. Sie kommen vorwiegend aus China und sind derzeit zumindest noch nicht recyclebar. Das hab´ ich wiederum aus meinem Lieblingspodcast von DRadio Wissen. Sehr empfehlenswert übrigens!

  • hintze sagt:

    zunaechst: die lesbarkeit auf deinem seltsamfarbigen hintergrund ist hervorragend, nicht so grell wie weiss, eher natuerlich. ichfindsgut 🙂

    dann zu punkt 49: nun ja, n iphone 4 hat 326DPI, amazons kindle nur 170. und handelsueblich monitore, ja auch die besten fuer DTP, haben weniger. das ist nichts gegenueber den 3600DPI eines offsetdruckers, ja selbst normale laserdrucker sind mit ihren 300 oder 600 DPI weit besser dabei. frage: wieso verwendest du ne serifenlose schrift in deinem blog? wohl kaum, weil diese schriftarten den serifen ueberlegen waeren.. sondern eher, weil bildschirme die serifen ohnehin nicht so huebsch abbilden. selbst mit hinting, subpixel-glaettung, schlagmichtot.

    und wer handfeste argumente ueber die reine lesbarkeit von text im print vs. bildschirm haben moechte, sei der bringhursts buch ueber typographie empfohlen: http://books.google.ch/books?id=uKkQAQAAMAAJ

  • Leo sagt:

    @hintze:
    WObei natürloich noch zu beachten ist, dass man eInk (eReader) & LCD (zB Monitor, iPad) nicht in einen Topf werfen sollte/kann/darf, speziell was DPI betrifft:
    http://www.crunchgear.com/2010/08/13/kindle-and-ipad-displays-go-under-the-microscope/

  • Daniel sagt:

    Warum das eine oder das andere? Was spricht gegen beides? Und was spricht überhaupt dafür, 50 hahnebüchene Argumente auszukramen und die auch noch ernst genommen haben wollen (wie der Typ in seinem Blog in seinen Kommentaren schreibt)?

  • hexagrammaton sagt:

    Hrrg. Der Artikel ist doch offenkundig Satire. Den hätte man nicht kommentieren müssen.
    (btw: ich bin bibliophil, aber wirklich nur für echte Bücher. Zeitungen und Zeitschriften meide ich aus Prinzip)

  • Jan sagt:

    @hexagrammaton
    Das war keine Satire. Er schreibt ja selbst mehrfach, dass es ihm ernst ist. Und wenn Satire, dann war sie sowas von grottig schlecht, dass man ihm dafür das Blog hacken sollte.

  • deviant sagt:

    Einige Argumente, insbesondere was Ökologie, aber auch „heimischer Rohstoff“ angeht, gelten nur, wenn man sich extra einen PC/ein Notebook/pretenziöses Applezeug mit Technik und so drinne nur kauft, um damit zu lesen. Die wenigsten aber werden sich nur dafür ein solches Gerät anschaffen, vielmehr ein bereits bestehendes Gerät nutzen, womit genau genommen sogar effizienter mit ohnehin anfallendem Schrott umgegangen wird…
    zudem bleiben niemals „unverkaufte Webseiten vom Vortag“ übrig.

    Und dann noch eine Frage: Wie kann man einen Satz wie diesen „Wer kann am Bildschirm wirklich mehr aufnehmen als schnelle Informationen, wer kann längere Texte erfassen und verarbeiten?“ in die Einleitung zu einem am Bildschirm zu lesenden Beitrag schreiben, der mehr Text enthält, als die ersten fünf Seiten der gedruckten BILD?^^

    Ich muss sagen, dass ich sehr gern und sehr viel am Bildschirm lese, insbesondere auch deshalb, weil viele dieser Informationen auf Papier gedruckt schlicht nirgendwo aufzutreiben wären, aber auch, weil sie auf Knopfdruck da sind und ich nicht erst losdackeln muss, um sie irgendwo zu suchen (das Kiosk taugt für meine Nachfrage nicht, dort verlief es tatsächlich mal genau so, wie im taz-Kinospot: Ham’se ma ne taz? – Wat? Nee! Hier, Bild!“)

    Die Haptik geht mir nebenbei völlig ab, weil Zeitungen einfach zu unpraktisch sind – selbst die „kleine“ taz ist im Zug noch zu groß, ganz zu schweigen von Zeltplanen wie der SZ, FAZ und Kumpanen, Zeitschriften sind viel zu schnell verknickt (was insbesondere dann schade ist, wenn man sie archivieren will) und guten Büchern will ich die Tortur einer Reise im Handgepack auch möglichst ersparen; meinen Laptop habe ich aber eigentlich immer zur Hand, wenn ich nach Informationen suche, auch im Zug ist er klein, praktisch und die ideale Projektionsfläche für (abgespeicherte) Internetseiten, ePaper, eBooks und so weiter…mit meinem Laptop habe ich zum Beispiel immer eine kleine Reisebibliothek dabei mit vielen guten Büchern (→gutenberg.org) – ich möchte den sehen, der für ein Wochenende verreist und 200 Kilogramm Bücher mit in den Zug schleppt…die kann er ja schießlich ebenso wenig lesen wie ich das kann.

  • Nikolas sagt:

    5. Papiermedien kann ich in den Rucksack packen, wenn ich in wandern gehe.
    Korrekt. (Hätte ich ein iPhone, könnte ich das auch. Und auch gleich nach dem Wetter schauen. Und nach der Route. Und nach der Speisekarte der nächsten Hütte… Na, lassen wir das. Ich habe kein iPhone.)

    Viel Spaß mit deinem iPhone feranab jedes Sendemasts und Stromanschlusses!

  • Reinhard sagt:

    Ich fand die Liste gestern amüsant bis originell. Habe sie auf zwei Seiten, also ein Blatt geformt und gedruckt und lasse sie so einem Freund, der stv. Chefredakteur einer Tageszeitung ist, zukommen. Dies auf elektronischem Weg zu tun, erschien mir irgendwie unpassend.

    Deine Stellungnahmen hierzu, werte Gina, haben die gleichen Eigenschaften. Für mich ist deutlich, dass zz. beide Medien ihre Daseinsberechtigung haben. Jedes ist dem anderen in bestimmten Punkten überlegen, und die Nutzer entscheiden nach ihrem Verhalten, was besser zu ihnen passt.

    Deine bibliophile Veranlagung hat nebenbei bemerkt nichts mit der Thematik zu tun. Ich kann doch auch Bierkrüge sammeln und ein Bier aus der Flasche trinken. Oder Briefmarken sammeln und E-Mails verschicken.

    Grob aufgerundet existiert wohl bei 100 % der 17 – 67-jährigen in Deutschland beides friedlich nebeneinander her. Und alle halten Beides für unverzichtbar.

    Bemerkenswert finde ich, dass ich die Thesen nicht an einem Baum angeschlagen vorgefunden habe, sondern sie digital bei mir auftauchten.

    Übrigens Kosten entstehen bei meiner Online-Lektüre keine, alle dafür notwendigen Geräte und Programme habe ich beruflich sowieso.

    Darf ich final noch etwas blödeln? Danke. Zum Argument 36: Die Schuhe werden doch nur nass wegen des Ganges zum Kiosk unter einem Schirm. Zuhause vor dem Schirm bleiben sie trocknen.

    Sorry für die vielen Worte, aber schon JWvGoethe schrieb an seine Freundin „Entschuldige den langen Text, für eine kurzen hatte ich nicht die Zeit“.

  • plumtree sagt:

    Gestern bin ich nur ungefähr bis Punkt 10 gekommen, weil’s mir dann zu albern wurde – zu Recht wie ich in Deiner Replik lese.
    Vielen Dank dafür.

    Aber Punkt 32 (geistige Auseinandersetzung) würde ich nicht unterschreiben.
    Noch niemals konnte ich mich mit so vielen Menschen verschiedener Meinung auseinandersetzen wie heute im Netz. In den Kommentarspalten wimmelt es von interessanten Anmerkungen (auch hier!), die man aufnehmen und über die man nachdenken kann.
    Man kann auch gleich darauf antworten und wenn man kein Troll ist, ist eine extrem befruchtende geistige Auseinandersetzung möglich.
    Deshalb finde ich moderierte Foren, wie bei der ZEIT, sehr gelungen.
    Die schlimmsten Doofköppe werden dort einfach gelöscht, auch wenn die Red. manchmal etwas sehr kleinkariert ist.

    @Nr.26 (Verfügbarkeit des Internets):
    Ich kann mich nicht bewusst erinnern, dass ich an irgendeinem Tag der letzten 3 Jahre keinen Zugang zum Internet hatte.
    Selbst im Urlaub konnte ich SPON oder ZEIT problemlos mit dem Smartphone (draussen) oder mit Netbook im Hotel lesen. Sogar in eher entlegenen Weltgegenden.
    Gleiches gilt auch für die Verfügbarkeit der Technik.

    Übrigens lese ich inzwischen lieber mit E-Reader als echte Bücher. Bei Büchern braucht man zum Schrift größer stellen ’ne Brille. Beim E-Reader nur eine Taste 🙂

  • Lioman sagt:

    Ich lese gerne Bücher und sie werden auch noch ne ganze Weile das Richtige Medium für alles Mögliche sein, sobald eReader wirklich günstig genug sind werde ich mir einen zulegen. Es stimmt am Bildschirm kann man vieles nicht so einfach lesen wie auf Papier, aber mit einem EReader ist das anders. Und wie einige Kommentatoren schon vorher geschrieben haben: Die Ökobilanz von Papier ist ziemlich grußig. Energie, Wasser, CO2, Giftstoffe werden benötigt um Papier in ein sinnvolles Medium zu verwandeln. Das gleich gilt für Recycelbarkeit. Der Dreck der sich Tinte nennt muss irgendwie (mit noch mehr Wasser, Energie, Giftstoffen) rausgespült werden sonst könnte man es nicht mal als Klopapier nutzen. Kunststoff ist einfacher zu Recyceln. Ein eReader/Monitor/Gerät ist da definitiv besser aufgestellt. Ansonsten bleibt von den vielen Argumenten eh nicht viel übrig.

  • Deathy sagt:

    Hallo!
    Ich bin durch Bildblog hierher gekommen (wie auch zu dem Gegenstück dieses Artikels gestern).
    Ich bin in vielen Dingen einer Meinung mit Ihnen.
    Zu dem Thema was ökologischer ist, Printmedien oder Onlinekonsum derselben kann ich leider auch keine Zahlen präsentieren. Aber meine Meinung geht eher in Richtung Onlinekonsum. Das liegt daran, dass mein bester Freund in einer Speditionsfirma arbeitet, die Zeitungen rumkutschiert. Da wird eine Tonne Zeitungen von Essen jede Woche nach Bremen und Hamburg gefahren, obwohl es da oben auch Druckereien gibt.
    Es wird manchmal sogar nur für ein paar Spitzen (also 30-50 Zeitungen) einen Tour über mehrere hundert Kilometer gefahren.
    Papier ist sehr ökologisch und wird mittlerweile toll recyclet. Da sind Elektrogeräte leider noch hinterher. Aber die teilweise aberwitzige Rumkutschiererei von Zeitungen ruiniert diese tolle Bilanz gnadenlos.
    Überspitzt würde ich sagen, könnte der Verlag, wenn er nicht mehr druckt und die Zeitungen quer durch die Republik fährt, jedem seiner Kunden ein iPad schenken und sie elektronisch ausliefern und er hätte auf lange Sicht noch Geld gespart und seine CO2 Bilanz gesenkt.

    Aber wie gesagt, das ist nur meine Sicht, kann es nicht durch Zahlen belegen. 🙂 Ich denke auch, je nach dem welche Seite man verteidigen möchte kann man Zahlen pro und contra alles präsentieren….

  • hexagrammaton sagt:

    @jan
    verlink mal bitte irgendwohin wo der meint, dass er es ernst meint. wenn das wirklich so ist, muss ich sterben vor gott-ist-der-blöd.

  • Gina sagt:

    Bei der Frage, ob der Verfasser der 50 Argumente sein Anliegen satirisch oder ernst gemeint hat, zitiere ich einfach mal seine Kommentare, die sich unter seinem Beitrag befinden (ungekürzt, daher vielleicht etwas „durcheinander“):

    Dirk Abe hat gesagt: «Satire?» Nein, keineswegs. Mein Text war eine ernst gemeinte Antwort auf Peter Hogenkamps Ankündigung, Argumente gegen das Papier zum besten zu geben.

    und hier

    Anonym hat gesagt: «Schöne Ironie»: Das würde dir so passen. Ist aber alles ernst gemeint. – «Vielleicht solltest du schreiben, dass die Liste nicht so ernst gemeint ist, wie sie von manchen Lesern hier verstanden wird»: Die Liste IST aber ernst gemeint. Wer sie so versteht, versteht sie richtig.

    und hier

    Anonym hat gesagt: «Das pdf des Kursbuch, das man durchaus auch runterladen kann, enthält alle Verbindungen. Wenn sich aber was kurzfristig ändert, so kann ich leichter ein pdf neu herunterladen als den Wälzer neu kaufen»: Das ist das Problem der Bahn, nicht des Kursbuchs. Die Bahn sollte sich an den Fahrplan halten. Es ist nicht kundenfreundlich, den Fahrplan kurzfristig zu ändern – unabhängig davon, ob die Kunden ein Kursbuch besitzen. – «Ich werde diese Seite mal unter „Humor“ einordnen»: Das wäre ein Missverständnis. Mein Text ist vollkommen ernst gemeint.

    und hier

    Bruder Bernhard > Mein Beitrag ist keine Provokation, sondern absolut ernst gemeint. Die 50 Punkte entsprechen langjähriger Lebens- und Lesenserfahrung.

    Ich habe den Beitrag nie als Satire verstanden – dann hätte ich ihn auch und sicher noch mehr zerrissen, weil er als Satire noch schlechter wäre. So versuchte ich ihn ernsthaft zu besprechen. Warum? Ja mei… 😉

  • Jan sagt:

    Danke Gina, genau die Kommentare meinte ich! 🙂

  • Anonymous sagt:

    Ich fürchte auch das war sein Ernst! Und damit frage ich mich warum das Ganze, so Schwachsinn es ist, so ernst genommen wird. Aufmerksamkeit hat er damit erzielt und das wollte er ja wohl auch.

  • Marion sagt:

    Ich denke auch, dass die Idee gut war, die Umsetzung aber in die Hose ging. Von daher glaube ich auch, dass er das alles ernst gemeint hatte. Und damit finde ich auch gut, dass Du Dich dessen sachlich angenommen hast.

  • hexagrammaton sagt:

    Toll. Jetzt bin ich tot.

  • Jan sagt:

    Nicht doch! 😆
    Ich habe allerdings auch erst an einen Scherz geglaubt…

  • tobiasblogt - Tobias Griebel sagt:

    Wir brauchen nicht unseren Wald zu schädigen. Deshalb bin ich nicht umbedingt für Print, sondern eher für die Digitalen.

  • hexagrammaton sagt:

    10 Gründe warum Fanta besser ist als Cola:
    1. Fanta hat ein oranges Etikett und sieht darum schöner aus.
    2. Fanta selbst ist auch orange und sieht darum auch schöner aus.
    3. Cola ist schwarz und darum im dunkeln schlecht zu finden.
    4. Fanta ist besser, denn sie schmeckt nach Orange und das ist natürlich.
    5. Fanta hat weniger Kalorien als Cola.
    6. Fanta schmeckt auch bei Zimmertemperatur gut.
    7. Fant8 wurde in Deutschland erfunden.
    8. Cola ist ungesund.
    9. Fanta schmeckt deutlich besser.
    10. Von Cola gibt es so viele Sorten, dass ich mich nicht entscheiden kann.

  • Zicke sagt:

    Die Kommentare drüben sind viel besser als die hier! 😉

    @hexagrammaton: Deine 10 Punkte made my day! 😆

  • Ruedi sagt:

    Der geilste Kommentar von nebenan:

    ZPK hat gesagt…

    Wir gratulieren Ihnen zu diesem kreativen Argumentarium im Dienst des Papiers. Vielen Dank.
    Carla Schuler, ZPK
    3. Mai 2011 14:17

    Wer oder was ZPK ist, erfährt man unter ZPK.ch 😆

  • Gina sagt:

    Stimmt, Ruedi. Dieser Kommentar ist hinreißend! 🙂

  • Guten Tag Gina, es freut mich, dass Du meinen Blogbeitrag kommentiert hast, und mit Dir auch zahlreiche Deiner Leser. Ich werde gelegentlich gerne mein Blog hierhin verlinken. Vorerst möchte ich nur kurz was dazu sagen:

    – Ja, eine Badi ist ein Schwimmbad. Leider bin ich der hochdeutschen Sprache kaum mächtig, in der Schweiz sagen wir Badi (Kurzform für Badanstalt), und ich hatte bisher ein vorwiegend einheimisches Publikum. Es freut mich natürlich sehr, dass meine Leserschaft jetzt dank Bildblog geografisch erweitert ist, und ich werde mir Mühe geben, künftig auf schwer verständliche Helvetismen zu verzichten. Also, ich wollte sagen: Papiermedien kann ich ins Schwimmbad mitnehmen, ohne Angst, dass sie geklaut, nass oder überhitzt werden.

    – Ja, meine 50 Punkte waren ein Schnellschuss (aber nicht ins Klo). Ich hab den Text in ca. 45 Minuten geschrieben. Ich mach das ja in meiner Freizeit! Ich bin aber sicher, dass auch bei tagelanger, sorgfältiger Überarbeitung der grösste Teil der 50 Punkte stehen bleiben würde.

    Noch eine Antwort auf die Frage des Lesers Daniel: «Warum das eine oder das andere? Was spricht gegen beides»: Nichts spricht gegen beides. Ich bin ja ein zufriedener, langjähriger Computer-Benützer. Mein Text ist als Reaktion zu verstehen auf die Ankündigung des Internet-Apostels Peter Hogenkamp, einen Vortrag zu halten mit Gründen, warum Papier unpraktisch sei. Da dachte ich mir eben: Jemand muss mal aufzeigen, warum Papier auch heute noch sehr nützlich ist in vielen Lebenslagen.

    Und es ist doch nicht mein Problem, wenn sich viele Leute gar nicht mehr vorstellen können, dass so ein Text wie meiner vorwiegend ernst gemeint war. Genau darum war es nötig, die 50 Punkte zu veröffentlichen.

    Beste Grüsse aus der Schweiz
    Bobby California

  • (nach Diktat verreist) sagt:

    Nur noch mal kurz zu Punkt 20 und der Diskussion um die Umweltverträglichkeit:
    Dass die Zeitung den Menschen in der dritten Welt nicht schadet – ich vermute mal er meinte weil der Elektroschrott dorthin „verklappt“ wird – stimmt so hundertprozentig aber auch nicht. Auch die Zeitung wird heutzutage weitestgehend elektronisch publiziert, also auch mit Hilfe von Technik, die – ich drücke es mal bewusst vorsichtig aus – ebenfalls irgendwann in der dritten Welt landen könnte.

    Mag sein, dass der Anteil der ausgemusterten Redaktionscomputer die so enden aber kleiner ist als der Anteil der gleichermaßen entsorgten Lesegeräte privater Anwender. Aber wie Gina zu einem anderen Punkt bereits sagte: ohne verlässliche Zahlen ist das nur eine Annahme.

  • Marcus Hoffmann sagt:

    „6. Papiermedien brauchen keine Batterien und keinen Netzanschluss.“ Ach ja?! Dann versucht mal, beim Zelten nach Sonnenuntergang die Zeitung zu lesen. Oder um 22.00 Uhr vor dem Einschlafen ein Buch. Merke: Printmedien leuchten selbsttätig nicht im Dunkeln.

  • Marcus Hoffmann sagt:

    „7. Papier kann man problemlos recyclen.“ Ihr solltet mal sehen, wieviel Wasser das Papierrecycling verbraucht. Hochglanzdruck und Verpackungsmaterial kann man nur extrem schlecht recyclen. Mit Recyclingpapier kann man eigentlich nur Klopapier machen, Bücher und Zeitungen schon mal gar nicht. Und, und, und… Von wegen „problemlos“.

  • Anonymous sagt:

    „20. Papier erzeugt keinen Elektronikschrott, der die Bewohner der Dritten Welt vergiftet.“ Klar, Papierseiten wachsen ja bekanntlich auf Bäumen, die braucht man ja nur abzupflücken, abzuwaschen und los geht’s. Hab ihr schon mal eine Maschine zur Papierherstellung gesehen? Hab ihr schon mal eine Rotationsdruckmaschine gesehen? Wieviel Elektronik da drin steckt? Kinder, ihr müßt mal ein bischen weiter denken als ein Viertklässler.

  • Marcus Hoffman sagt:

    „22. Das Blättern in Papiermedien ist viel angenehmer als das Browsen in Online-Dokumenten.“ Dann versucht mal, die ZEIT im Strandurlaub im leichtesten Wind zu lesen.

  • Thomas Hiller sagt:

    „40. Fotos kann man auf Papier in viel besserer Qualität reproduzieren als auf einem Bildschirm.“

    „Reproduktion:
    Als Reproduktion wird ein Vorgang bezeichnet, bei dem etwas vervielfältigt wird, sowie häufig auch die im Ergebnis dessen entstandene Kopie. Insbesondere im Zusammenhang mit sozialen Systemen wird unter Reproduktion neben der Neuerstellung auch die Aufrechterhaltung eines Zustandes verstanden.“ -> http://de.wikipedia.org/wiki/Reproduktion

    Hm, also ich kann ein jpg verlustfrei kopieren, mit einem Ausdruck eines Fotos gelingt mir das nicht. Selbst das erneute abziehen von einem Negativ verspricht nicht immer die gleiche Qualität, vom Arbeitsaufwand mal abgesehen.

    Alternativ empfehle ich einen besseren Monitor, da kommt kein analoger Print ran …. 😉

  • René sagt:

    Schöne Entgegnung. Übrigens habe ich mir ein Netbook geholt, damit ich den Rechner überall hin mitnehmen kann. (Das mache ich auch, und er ist nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Schreiben, Kreativsein, Spielen, … nutzbar.) Das ist problemlos auf dem Sofa oder Bett, im Zug oder Auto (nicht als Fahrer), … nutzbar. Die ganzen Argumente, die an dieser Stelle für Papier angebracht werden, möchte ich also nicht gelten lassen. Internetausdrucker bin ich auch nicht, so dass auch jene Argumente für mich nichtig sind. Hmm.

    Aufgrund der eingebauten Hintergrundbeleuchtung kann ich damit übrigens auch nachts lesen, was sicher augenfreundlicher ist als die Zeitung bei einer Kerze oder Funzel, nicht viel mehr Strom verbraucht als die Zeitung bei einer herkömlichen 100-W-Glühbirne und ökologisch nicht zu weit hinter der Zeitung bei einer quecksilberhaltigen Energiesparlampe steht.

    Unterm Strich bleiben von den 50 Argumenten nur wenig brauchbare übrig, die zumeist aber nur für Bücher, nicht für Print im allgemeinen gelten. Argument 34 beispielsweise lässt völlig außer Acht, dass ein Großteil der Werbung unbeachtet bleibt. Im Digitalen ist das egal, bei Papier bedeutet dies, dass Anzeigenblätter und Prospekte aus meinem Briefkasten regelmäßig ungelesen direkt ins Altpapier wandern. (PRO: Der Kindergarten, der das Altpapier sammelt, freut sich, dass ich keinen Keine-Werbung-Aufkleber am Briefkasten habe.)

  • Florian Blaschke sagt:

    Bei #3 haben die anderen Kommentatoren meinen Einwand dazu schon vorweggenommen, und daß eine „Badi“ eine Badeanstalt sein soll, war ja auch leicht zu erraten.

    Zu #15: Eben, mit Textvergrößerung und einem guten Display wie an meinem Notebook ist das Lesen sehr angenehm.

    Dem Energieargument (#18 und #19) hätte ich ja spontan zugestimmt, aber jetzt es mir auch klargeworden, daß man daran erhebliche Zweifel haben kann.

    #24 kann ich wirklich nicht ernstnehmen. Was zum Henker?!

    Zu #26: Man kann ja auch heruntergeladene oder mit beliebigen elektronischen Datenträgern transportierte Textdateien, formatierte Dokumente und (besonders beliebt heutzutage) PDF-Dateien am Computer (oder E-Book-Reader) lesen, ganz ohne Netzanschluß (sogar E-Mail, wenn man noch ein eigenes E-Mail-Programm hat, oder Usenet-Postings, mit einem Newsreader). Das entspricht letztlich genau dem Druckerzeugnis (inkl. Ausdrucke), das man bereits in seinem Besitz hat. Hingegen ist man beim Erwerb aktueller Druckerzeugnisse ebenso auf funktionierende Verkaufsstellen, Druckereien u. v. m. angewiesen wie man beim Erwerb aktueller Informationen in digitaler Form auf einen funktionierenden Netzanschluß angewiesen ist.

    #30 ist besonders witzig. Ich empfehle, sich mal zum Thema „Lesesucht“ schlau zu machen. Früher bin ich übrigens unheimlich gerne in Papierlexika über die Querverweise von Eintrag zu Eintrag gehüpft. Mache ich manchmal heute noch.

    Zu #33: Deshalb sind Texte auf Websites sinnvollerweise ja auch deutlich anders geschrieben und aufgeteilt. Dicht bedruckte Seiten mit fester Höhe und Spaltenbreite sind bei Webtexten natürlich sinnlos.

    Zu #36: Außerdem kann man Bücher unter wacklige Tischbeine stellen! Mit einem Notebook geht das zwar auch, aber dann kann man es nicht mehr benutzen und Bücher gibt es in den unterschiedlichsten Dicken und man kann ja auch mehrere kombinieren. Einfach genial!

    Andererseits sind Bücher oft sehr klobig und schwer. Gerade vor dem Hin- und Herwälzen von vielbändigen Nachschlagewerken habe ich einen Horror. Das geht auf die Dauer echt in die Arme. Da ist so ein iPad ein Klacks dagegen. Im Ernst: Das Gewicht von Papier wird ja gern unterschätzt.

    Ach ja, und zum Einstellen der Anzeigefarben, da sind elektronische Texte im Prinzip zwar wesentlich flexibler als Druckwerke, aber die meisten Websites erschweren die potentiell mögliche Anpassung erheblich, bzw. verhindern sie praktisch vollständig. Heutzutage findet man solche Websites leider immer seltener, aber einfach und spartanisch gestaltete Websites verzichten oft ganz darauf, eine Schrift- oder Hintergrundfarbe vorzugeben, weshalb einfach die benutzerdefinierten Systemfarben verwendet werden. Gerade Leute mit Sehbehinderungen schätzen diese Flexibilität.

    Übrigens empfinde ich weißes Papier mitunter auch als zu grell. So ein pastellfarbener Hintergrund wie hier ist schon angenehm.

    Da meine Hände sehr schnell verschwitzen, lese ich übrigens ungern Bücher und viel lieber am Bildschirm – man sieht oft genau, wie weit ich in einem Buch schon gelesen habe …

    Übrigens sagt der Volksmund ja, Papier sei geduldig, und manchmal würden Leute lügen wie gedruckt. Erst, seitdem es Radio, Fernsehen und Internet gibt, ist das Vorurteil aufgekommen, auf Papier gedruckte Informationen seien zuverlässiger.

  • Gina sagt:

    Ich gebe zu, dass mich die Ökobilanzfrage jetzt beschäftigt… Wenn ich mir meine gut gefüllten Sach- und Fachbuchregale ansehe, frage ich mich schon, ob die Wahl der Lektüre in elektronischer Form nicht wirklich sinnvoller gewesen wären. Bei Literatur dagegen gibt es für mich nur eines: das gedruckte, gebundene Buch.

  • Kiwaiti sagt:

    Ich bin bibliophil, besonders handgebundene Bücher bieten als kunsthandwerkliche Schätze ein unvergleichliches sinnliches Erlebnis, unabhängig davon will ich Bücher, zu denen ich ein emotionales Verhältnis aufbaue (und das sind sehr viele!) oder die ich anderen zeigen will, körperlich besitzen und ins Regal stellen können.

    Andererseits lese ich seit Jahren viel mehr am Bildschirm als auf Papier, und seit ich ein einigermaßen brauchbares Gerät gefunden habe (kein e-Book-Reader, sondern ein alter PDA, ein Palm Tungsten T5 mit einem hintergrundbeleuchteten, semireflektiven LCD) ziehe ich auch bei den Büchern, die ich sowohl in elektronischer als auch in gedruckter Form besitze, zum Lesen die elektronische Form vor.

  • Gina sagt:

    Ins Grübeln gekommen, gesagt, getan: Einen Kindle (in der 3G-Version) bestellt. Gerade eben. Grund: Am Laptop/Netbook lese ich nicht gern, weil zu groß, zu wenig Akkuleistung, auf Dauer zu schlechter Bildschirm im Vergleich zum Kindle… Und jetzt hoffe ich nur noch, dass meine geliebten Bücher und meine neue Infodatenbank sich vertragen werden.

  • […] LATRINUM: “Ist Print das bessere Medium? Bekanntlich bin ich bibliophil. Ob das eine ansteckende Krankheit ist? Ich hoffe! Lesen bildet. Das … […]

  • Grinsi KleinPo sagt:

    So nachdem hier so einiges gesagt wurde zum Pro und Contra Papier.

    Papier hat seine Vorteile.
    1) Ja es ist billiger als der Computer und ja es „verbraucht“ weniger Strom. Das Argument wie groß und wie technisch eine moderne Rotationsmaschine ist zieht nicht. Weil von den Dingern gibt es nicht mehrere 100 Millionen auf der Welt.

    2) Ist langlebiger als digitale Datenhaltung. Wer das nicht glaubt sollte mal ne Festplatte aus den 70′ nehmen und versuchen das Teil heute auszulesen. Eine Festplatte 40 Jahre ohne Strom ist nicht mehr auslesbar für Otto Normal. Ein Stück Papier schon.

    3) Noch einen für die Öko-Bilanz. Papier ist, solange man es nicht recyclet ein gervorragender CO2 Käfig. Papier „verrottet“ nicht so schnell wie Holz, vorausgesetzt es ist von entsprechender Qualität und wird sorgsam behandelt.

    4) Hier einer fürs Suchen. Mal abgesehen von Nachschlagewerken ala Wiki und Co., habe ich die persönliche Erfahrung gemacht, das ich mit Blättern und Ahnen schneller zum Ziel komme als mit Suchmaschine, blöder, da nicht eigener Datenbank.

    5)Was hier aber noch keiner angesprochen hat ist der Umstand das die Information in Büchern sicherer ist als die Information auf einem digitalem Medium. Sicherheit meint hier bitte die Sicherheit der Information an sich. In Büchern fallen keine Bits um, Bücher werden nicht schlagartig unlesbar weil ein Teil fehlt. Das „hacken“ eines Buches dürfte auch ehr etwas für Grobmechaniker oder ausgesprochene Experten sein. Das könnte man hier noch etwas weiter ausführen leider fehlt mir die Lust dazu.

    6) Papier kann richen! Nichts geht über einen Brief der richt. Glaubt mir Freunde keine E-Mail, keine SMS, keine MSMS kommt damit.

    7) Papier kann man schänden, ohne dass das Opfer gleich in die Tonne wandern zu müssen. Ich persönlich hatte bis jetzt immer das Problem gehabt, dass E-reader und Co. für meine Jacken und Manteltaschen einfach zu groß waren, TBs eigentlich auch, aber ein TB das nicht passen wollte, wurde passend gemacht. Ein E-reader schafft das nur einmal und funzt dann eh nicht mehr.

    8) Bei hinreichender Seitenanzahl kann ein Buch auch durch aus ein „schlagendes“ Argument sein. Auch gilt die TB-Regel unter Punkt 6. Selbiges versuche man mal mit einem Computer und seinem Zubehör. *eg*

    9)Print ist vielseitiger als Digital. Schon mal versucht einen Kamin mit nem e-book an zu zünden?

    So jetzt habe ich aber die Faxen dicke. Ich bin Alt, bin Deutscher und perf und ich hacke hier Text in so nen ollen Rechenknecht, damit mich die Welt/ihr mich für einen Trottel haltet….

    PS.: Bücher können von Autoren handsigniert werden, ganz einfach mit nem Stift. Mach das mal mit einem e-book.

  • Grinsi KleinPo sagt:

    Liebe Gina,

    dein Kommentar vom 4.5.2011 10:59

    Du hoffst?

    Bei einem Buch würdest du es wissen. Bücher brauchen keine Software Updates. Bücher, keine Nachschlagewerke, sind native. Ausrichten, bei uns nach links aufschlagen und lesen, lesen, lesen bis rechts von der Mitte nichts mehr nach links umgeschlagen werden kann. Erkläre das mal nem Computer oder so.

    Aber noch viel Spaß mit deinem neuen Spielzeug. Ach baden kann das Ding übrigens auch nicht. Wasser und Hardware ist wie Papier und Feuer. Einfach keine gute Idee.

  • Rubinsky sagt:

    Warum kann die ganze Angelegenheit nicht einfach eine der Ästhetik und des Geschmacks bleiben. Zumindest in meiner Bilanz hat digitales Lesen/Informationsaufnahme lauter „operative“ Vorteile, wie überall hier aufgeführt, z.B. Durchsuchbarkeit, einfache Verbreitung usw. Wer zu den Leuten gehört, die gerne in den Genuss echten Papiers kommen, der muss wohl einfach eine geschmackliche Entscheidung treffen. Lange Analysen und Sachtexte sowie Prosa habe ich sowieso am liebsten auf Papier. Bei Nachrichten und Vielem anderen aus mannigfaltigen Bereichen ziehe ich meinen Laptop vor. Einen E-Book Reader habe ich noch nicht getestet, vielleicht könnte ich mich auch damit anfreunden.

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