Gratis? Nein danke!

4. August 2011 § 9 Kommentare

Ursula von der Leyen hatte es gut gemeint mit der Hilfe für bedürftige Kinder. Kostenlose Nachhilfe will die Ministerin ihnen zuteil werden lassen, am Vereinsleben – ob Sport- oder Schachclub oder auch Theatergruppe – sollen sie ohne finanziellen Aufwand teilnehmen können und sogar das Mittagessen in der Schule sowie Schreibhefte und Füller wären im Angebot. Einzige Bedingung? Ein Antrag, zu stellen von den Eltern, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen. In unserem Landkreis wären aktuell 1.610 Mädchen und Jungen berechtigt – doch das Interesse ist weniger als mau. Auf 8.050 Anträgen auf unterschiedlichste Leistungen aus dem Bildungspaket wartet man im Landratsamt, doch gerade einmal 758 wurden bis Ende Juli gestellt. Jede Familie wurde angeschrieben, an Unkenntnis kann´s also nicht liegen, dass die Geschenke des Staates nicht angenommen werden. Was, so frage sicher nicht nur ich mich verwirrt, ist der Grund für die Zurückhaltung?

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§ 9 Antworten auf Gratis? Nein danke!

  • „Was, so frage sicher nicht nur ich mich verwirrt, ist der Grund für die Zurückhaltung?“

    Dass der Antrag auf Gewährung dieser Hilfen noch komplizierter und demütigender sein soll, als das Ausfüllen der Hartz IV-Anträge?

  • Silke sagt:

    Ist das so? Und sollte man, wenn es so wäre, nicht an seine Kinder denken und den Stolz überwinden? Wäre das nicht die Pflicht guter Eltern?

  • Claus F. sagt:

    Aber es ist ihnen nicht peinlich Alk und Kippen zu kaufen. Tolle Eltern. ERZIEHUNGsberechtigte…

  • Aaach, ja: Alle Hartz IV-Empfänger saufen und rauchen, außerdem vernachlässigen sie ihre Kinder. Genauso, wie alle Deutschen automatisch Nazis sind, Amerikaner ausnahmslos noch heute Sklaven halten und Spanier immernoch foltern. Klar doch. Konfetti für alle und manchen ein wenig mehr Realität! *kopfschütteln

  • Sam sagt:

    Demütigung? Das mag sein, das ist vermutlich ganz sicher so. Aber sollte man sich nicht wenige Minuten überwinden, um etwas für die eigenen Kinder zu tun? Um ihnen Chancen zu geben auf Anschluss, gute Noten, gesundes Essen?

  • uli sagt:

    Ein komplizierter Antrag? Ich war neugierig – selten einen so einfachen behördlichen Antrag gesehen…..

  • Gast001 sagt:

    Also erstens mal ist „gut gemeint“ nicht unbedingt gut gemacht. Abgesehen davon denke ich, daß, falls tatsächlich jede Familie angeschrieben wurde (Belege?), die Briefe, vielleicht aufgrund vorangegangener Demütigungen, einfach nicht (richtig) gelesen wurden. Eventuell haben die Leute die Hoffnung aufgegeben, daß etwas Gutes vom Staat kommt. Dazu kommt, daß die individuelle Beratung auf den Ämtern oft unbefriedigend ist, da ein Großteil der Ansprechpartner auch nur befristet eingestellt sind und deshalb u. U. nicht über alles Bescheid wissen.

  • Anonymous sagt:

    Ich kann euch sagen warum das kein Schwein beantragt. Ich habe selber eine weile ALG2 in Anspruch nehmen müssen, aber ich wäre lieber verhungert als das jemand in der Schule meines Sohnes gemerkt hätte das wir „vom Amt leben“…. so habe ich dann lieber alle seine Bücher und Materialien gekauft und bin mit Löchern in meinen Schuhen (kommt bei Schnee besonders gut!) und mit geflickter Kleidung in meine Umschulung gegangen. Sehr frustrierend war es auch das all die tollen Angebote an Menschen mit geringem Einkommen, z. B. Die tafeln nur zu Zeiten geöffnet sind wenn ich an der Werkbank stand oder im Unterricht saß. Auch das man von dem bisschen Geld auch noch Zeichenutensilien und Fachliteratur kaufen musste war bitter.

    Hat sich gelohnt, mittlerweile habe ich wieder eine Arbeit. Viele glauben ja das wer ALG2 bekommt automatisch faul und doof sein muss, aber das ist einfach nicht wahr.

  • Bettina sagt:

    Sicher ganz einfach Stolz. Oder der Gedanke, das etwas anderes dahinter stecken könnte…

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